Band 
[Fünfzehnter Band.]
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552
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552 Geschichte der neueren Zeit.

prili's, -Welcher damals schon über siebenzig Jahre alt war, über-raschle'jedermann, weil der neue Groß-Vezier durch keine ausge-zeichnete That bekannt war!; die Art aber, wie er sein Amt fünfJahre lang verwaltete, setzte die ganze Welt in Staunen. Ein inder türkischen Geschichte einzige Erscheinung war dabei, daß er nichtallein sich bis zu seinem Tode im Amte behauptete, sondern auchdie Macht und Gewalt, welche er besessen hatte, auf seinen Sohn ver-erbte. Das Letztere zeichnete ihn sogar vor dem Groß-Vezier Sökolliaus, der sich im vorhergehenden Jahrhundert unter drei Sultanenfünfzehn Jahre lang behauptet hatte. Seinen Ruhm verdankteMohammed Köprili seiner auf ächt türkische Weise praktischen Na-tur; denn von Kenntnissen war bei ihm keine Rede, da er es nichtweiter als bis zu einer unvollkommenen Fertigkeit im Lesen undSchreiben gebracht hatte. Schon im ersten Jahre seiner Verwaltunghatte er das Ansehen des Sultans, den er auf allerlei Weise zuzerstreuen verstand, wieder hergestellt, mit den Venetianern einenglücklichen Krieg geführt, die Janitscharen und Sipahis gedemüthigtund zusammenhauen lassen, auch andere Rebellen bestraft, die Wal-lachen, Moldauer und Siebenbürger durch Hunderttausmde vonTataren grausam gezüchtigt, und mit dem Kaiser Leopold Friedenund Freundschaft bewahrt.

Im Jahre 1658 rüstete Mohammed Köprili einen großen Neichs-Feldzug gegen die Siebenbürger und ihren Ragoczy. Zweimalhun-derttausend Tataren und Kosaken (wer zählte sie? wir schreibenvon Hammer's Worte ab) zogen gegen Ragoczy's Residenz Weis-senburg (Alba Julia), und verwüsteten Stadt und Land. Andert-halbhunderttausend Christen, erzählt von Hammer, wurden theilszusammengehauen, theils zu Sklaven gemacht, und Barksay nurunter der Bedingung als türkischer Vasall anerkannt, daß er statt derfrüheren fünfzehntausend Dukaten vierzigtausend als jährlichen Tributentrichte. Der Groß-Vezier würde damals, da auch Temeswar mden Händen der Türken war, und außer den Paschas von Silisiriaund Ofen noch zwölftausend Polen den Zug begleiteten, Nagrczyaus seinen ungarischen Besitzungen vertrieben haben, wenn nicht inAsien ein fast allgemeiner Aufstand ausgebrochen wäre. Die Art,wie er diesen furchtbaren Aufstand dämpfte, wagen wir nicht zurühmen, weil wir dies berühmteren Schriftstellern überlassen müssen,