Zgk Geschichte der »eueren Zeit.
wurde er unversehens verhaftet. Man fand in seinem Hause sechs-tausend Flinten versteckt. Zriny und Frangipani retteten sich,nachdem ihre Truppen bis auf zweitausend Mann übergegangen waren,mit dem Neste derselben in das Fort Tschakathurn. Als sie dortenge eingeschlossen wurden, entflohen sie zu ihrem Freunde Keri,welchem sie erzählten, sie wären im Begriffe nach Wien zu reisen,um sich zu rechtfertigen. Dies ließ Keri in der Nacht vom 10/17.April-1670 dem Kaiser melden. Er erhielt sogleich den Befehl,die beiden Flüchtlinge nach Wien reisen, aber unterwegs genau be-obachten zu lassen. Hierauf wurden Zriny und Frangipani vonihrem eigenen Gastfreund Keri nach Wien gebracht. Dort ließman sie gleich nach ihrer Ankunft gefangen setzen, und begann danneinen Hochverraths-Proceß gegen die vier Häupter der Verschwö-rung, die Grafen Zriny, Nadaödi, Frangipani und Tettenbach.Franz Ragoczy hatte in Vertrauen auf die Verschworenen eben-falls die Waffen ergriffen; als aber zweitausend seiner Reiter ge-schlagen worden waren, und er die Gefangennehmung der vierHerren erfahren hatte, wurde dem Muttersöhnchen bange. Er hobalso die von ihm begonnene Belagerung von Tokay wieder auf,gab die Generale Rottal und Spork, die er gefangen genommenhatte, in die Hände von Stahremberg und Wallis, und hielt sichdann so lange versteckt, bis seine katholische Mutter ihm durch einennach Wien gesandten Jesuiten Verzeihung ausgewirkt haben würde.Diese ward ihm jedoch nur unter sehr harten Bedingungen zu Theil.Er mußte dreimalhunderttausend Gulden zahlen, in alle ihm oderseiner Mutter gehörenden Burgen deutsche Besatzungen aufnehmen,Trentschin ganz abtreten, und die von den Deutschen besetzten Städtefür dreißig- bis vierzigtausend Gulden, welche seine Mutter ihmleihen sollte, dieser übergeben. Gegen die Häupter der Verschwö-rung wurde ganz nach der Proceß-Ordnung jener Zeit verfahren,und die Acten und Urtheile an die Facultäten von Jngolstadt, Tü-bingen und Leipzig, ja sogar, weil auch Tettenbach in die Sacheverwickelt war, auch an das Reichs-Kammergericht in Speier ge-schickt. Die vier Angeklagten wurden zum Tode verurtheilt, unddrei von ihnen, Nadasdi, Frangipani und Zriny, schon imMärz 1671, theils in Wien, theils in Wienerisch-Neustadt, Tetten-bach aber erst im December in seiner Residenz Gratz hingerichtet.