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Geschichte der neueren Zeit.
Von jetzt an galt es erst recht den Protestanten, da man sieder"Theilnahme an einem förmlichen Abfalle beschuldigen konnte.Zur Entscheidung über Schuld oder Unschuld ward am 27. Februar1673 ein sogenanntes Locumtknental-Gericht eingesetzt, welches einenNamen in Husaren-Latein erhielt (viesria plenipotentinris reZisAubernatio). Präsident dieses Gerichtes war der grobe, rohe Um-bringen. Er hatte zwar den Locumtenens zur Seite, stritt undzankte sich aber immer mit ihm. Nur in einer einzigen Sache, inder grausamen Verfolgung der Protestanten und ihrer Geistlichen,waren Beide einig. Die Verurtheilungen begannen mit den Pre-digern der Bergstädte. Es wurden zuerst zweiunddreißig lutherischeund ein reformirter und gleich darauf alle übrigen Pfarrer, zwei-hundertfünfzig lutherische und siebenunddreißig reformirte, verdammt.Neunundzwanzig derselben brachte man auf die Galeeren von Trieft,vierzig auf die von Neapel; zehn von ihnen starben aber unter-wegs. Der holländische Admiral de Ruyter sorgte nachher, als ermit seiner Flotte nach Neapel kam, für die Befreiung der Geist-lichen, welche von den dorthin gebrachten noch übrig waren. Eswurden überhaupt mehr als vierhundert Pfarrer eingezogen, vonwelchen jeder, der nicht seinem Amte auf immer entsagte und sichschuldig bekannte oder auch katholisch ward, auf die Galeeren ge-schmiedet ward. Der kaiserliche Commifsär Kopp machte sich da-mals in Ungarn ebenso verhaßt, wie der Oberrichter Jeffereys inEngland (s. S. 521 u. 529). Die Verfolgungen dauerten auch dannnoch fort, als Lobkowitz 'gestürzt worden war; denn dies geschahim Herbste des Jahres 1674, und die zur Galeeren-Strafe in Neapelverurtheilten Geistlichen wurden erst im März 1675 dahin gebracht.
Die Verfolgten flohen nach Siebenbürgen und sammelten sichin der Gegend von Groß-Waradein. Sie rächten sich, wie ihreNatur und Gewohnheit war, durch Streifereien und Verheerungen,bis endlich Kopp abgerufen und Strasoldo mit milderen In-struktionen nach Kaschau geschickt ward. Da damals auch der Kriegam Rhein die Beilegung der Unruhen in Ungarn wünschenswerthmachte, so verstand sich Kaiser Leopold am Anfange des Jahres1676 dazu, eine große Rathsversammlung nach Wien zugerufen.Diese schlug ihm vor, die deutschen Truppen aus Ungarn zu ent-fernen, einen Reichstag zu berufen, wieder der Verfassung gemäß