Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Die Pfalz nach dem westphälischen Frieden. ZgZ

Kur-Pfalz. Dieser war ebenso, wie sein Vater, Wolfgang Wilhelm,der sich aus bekannten Gründen zum katholischen Glauben bekehrthatte (s. Th. XIV., S. 90), in der Gewalt der Jesuiten, und es be-gannen deshalb mit Karl's Tode in der Kur-Pfalz die Verfolgungen derProtestanten. Diese Verfolgungen wurden um so härter, je mehrder letzte Kurfürst aus dem Hause Simmern durch die Art, wieunter ihm die Katholiken des Landes behandelt worden waren, dieJesuiten erbittert hatte. Karl's Vater hatte Duldung geübt und dieunseligen Religions-Streitigkeiten beseitigt. Karl selbst dagegenwar eben so fanatisch calvinistisch gewesen, als sein Nachfolger,Philipp Wilhelm, fanatisch papistisch war. Er hatte sich ganz durchcalvinistische Geistliche leiten lassen, und unter seiner theologischenRegierung waren Lutheraner und Katholiken stets geplagt und ver-folgt worden. Die Jesuiten suchten daher, als er 1685 starb undPhilipp Wilhelm Kurfürst ward, Gleiches mit Gleichem zu vergel-ten. Die innere Geschichte der deutschen Staaten liegt jedochaußerhalb unseres Kreises; wir kehren daher zu den neuen Gewalt-thätigkeiten zurück, welche König Ludwig gegen das deutsche Reichübte, und zu denen ihm das Aussterben des bisherigen kur-pfälzischenHauses Anlaß und Verwand gab.

Eine Tochter Karl Ludwig's, Elisabeth Charlotte, war seit1671 mit Ludwig's XIV. Bruder, dem Herzog Philipp I. vonOrleans, vermählt. Diese Herzogin von Orleans hat sich, waswir gelegentlich bemerken, durch ihre Briefe, ihre geniale Keckheit,ihre dreisten Reden und Witze sehr großen Ruhm erworben,und ihre znm Theil ungezogenen Bemerkungen wurden in derneuesten Zeit von Freunden der Scandale und von Schriftstellern,welche für Geld arbeiten, ans Licht gezogen. Wir freuen uns aber,daß wir darüber nicht zu reden brauchen, weil man uns wahr-scheinlich des übertriebenen Ernstes und einer zu großen Feindseligkeitgegen alle Frivolität und Genialität anklagen würde. Als mit ihremBruder Karl der Mannsstamm des Hauses Simmern ausgestorbenwar, machte Ludwig XIV im Namen seines Bruders sogleich An-spruch an die Allodial-Erbschaft desselben oder mit anderen Wortenan alle die Stücke der Pfalz, welche nicht Reichs-Lehen waren. Erstellte sich dabei zugleich, als wenn er sich der pfälzischen LinieVeldenz, welche allerdings dem ausgestorbenen Hanse näher ver-Schlosser's Weltgesch. f.d.d.V. XV. 38