tztz2 Geschichte der neueren Zeit.
das ihm angebotene Hülssheer abgelehnt hatte, unvorsichtig genug,den Verräther Sunderland, welcher allein von allen älterenMinistern in seinem Kabinet geblieben war, um Rath zu fragen;und diesem gelang es, den König in seiner Sicherheit zu bestärken *).Erst im letzten Augenblicke, als Wilhelm im September 1688 mitFlotte und Heer nach England übersetzen wollte, und Ludwig XIV.einen neuen Krieg mit Deutschland begonnen hatte, suchte Jakobdurch mildere Maßregeln die Gunst seines Volkes wieder zu ge-winnen. Sein Bemühen war jedoch schon darum vergeblich, weilniemand ihm mehr traute. Die Staaten von Holland boten, sobaldsie durch die brandenburgischen Truppen, welche Köln besetzt hatten,ihre Grenzen gedeckt sahen, dem Prinzen die aufgenommenen vierMillionen Gulden als ein Anlehen an. Dieser hatte schon im Juli1688 ein vom 30. Juni datirtes förmliches Einladungsschreibennach England erhalten, welches von den Grafen Danbp, Shrews-bury und Devonshire, den Lords Delamere und Lumley, demBischof von London und dem Admiral Ruffel unterzeichnet war.Im September kam auch Schomberg aus Berlin, um das Com-mando von Wilhelm's Heer zu übernehmen. Den Oberbefehl überdie ganze Flotte übertrug Wilhelm dem aus England entflohenenLord Herbert, den er zum stellvertretenden Admiral von Hollandernannte. Diese Anordnung Wilhelm's erregte zwar bei den Hollän-dern Unzufriedenheit, sie war aber für den Erfolg des Unterneh-mens sehr vortheilhaft.
Da wir in Bezug auf Genauigkeit der Angaben keine Ursachehaben, in Lingard Mistrauen zu setzen, so entlehnen wir aus ihmden Bericht über die einzelnen Theile des Heeres und der Flotte,welche Wilhelm gegen England gerüstet hatte. „Der Prinz hatte,sagt Lingard, sechszig Kriegsschiffe, welche seinen siebenhundertTransport-Schiffen zur Bedeckung dienten. Er hatte seine hollän-dische Garde eingeschifft, welche aus viertausendsünfhundert Reiternund aus elftausend Mann zu Fuß bestand. Da er jedoch den Anschein
*) Wir wissen sehr wohl, daß Macaulay von Sunderland's Verrath nichtswissen will, weil kein Grund dazu vorhanden gewesen sei und kein pofitvierBeweis vorliege; allein nicht blos Davies in seiner holländischen Geschichte(Th. III. S. LOS), sondern auch die ganze Tradition und der Ausgang derSache zeugen gegen ihn.