Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich und Rußland. Bonaparte und Paul.

vorschreiben lassen. Bonaparte war also, während er nach jdenWünschen des russischen Kaisers zu handeln schien, mitten im FriedenHerr von ganz Italien geworden; denn er hielt die neapolitani-schen Festungen und Häfen besetzt, des Pabstes Existenz hing vonseinem Gutdünken ab, der neue Beherrscher des Landes Toscana,der erste von ihm geschaffene König (st Th. XVII., S. 499 st),stand unter seiner Vormundschaft, und Piemont ward fortwährendwie eine französische Provinz behandelt.

Auch ein Lieblings-Project Paul's, die Herstellung der einst vonKatharina II. aufgerichteten bewaffneten Neutralität (st Th.XVII., S. 12 fst), ward von Bonaparte benutzt, um dem russischenKaiser zu schmeicheln. Paul hatte im Frühling 1800 an Dänemark,Schweden und Preußen die Aufforderung ergehen lassen, einenBund der bewaffneten Neutralität zu schließen, welcher unter Nuß-land's Leitung die Handelsschiffe der neutralen Mächte gegen dasDurchsuchungsrecht der Engländer in Schutz nehmen sollte. Bo-naparte bot dem russischen Kaiser sogleich seine Unterstützung füreine Sache an, welche ihm selbst die Gelegenheit darbot, den Eng-ländern vermittelst der neutralen Staaten zu schaden. Paul's Planund die Absicht des ersten Consuls wurden durch das Verfahren derEngländer sehr gefördert. Diese nahmen nämlich schwedische unddänische Fregatten, welche die von ihnen geleiteten Kauffahrtei-Schiffe nicht durchsuchen lassen wollten, geradezu weg und führtensie in englische Häfen. Ja, sie bedrohten im August 1800 sogardie Stadt Kopenhagen mit einem Bombardement, und die Dänen,deren Regierung damals von dem Grafen Christian von Bern-storf, einem Sohn des um ihr Land so sehr verdienten Grafen Petervon Bernstorf (st Th. XVI., S. 387 st), geleitet wurde, konnten sichnur damit helfen, daß sie einen Vertrag schloffen, in welchemsie das Recht der Engländer unter dem Vorbehalte einer späterendefinitiven Verhandlung anerkannten. Als nachher (5. September1800) Malta zum Falle gebracht worden war und die Engländersich weigerten, diese Insel dem russischen Kaiser als dem Groß-meister des Malteser Ordens zu übergeben, gerieth der Letztere insolchen Unwillen, daß er dreihundert englische Schiffe, welche inrussischen Häfen lagen, in Beschag nehmen ließ.