Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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18 Geschichte der ueuereu Zeit.

luste von nur wenigen hundert Mann sprengte er das Gesindes,aus welchem die feindliche Armee bestand, aus einander, erobertedie ganze Artillerie der Türken und erstürmte ihr reiches Lager.Dann eilte er nach Kairo zurück, dessen Besatzung durch die em-pörten Einwohner und durch den besseren Theil des türkischen Hee-res hart bedrängt wurde. Die Wiedereroberung der Hauptstadterforderte mehrere Wochen. Sie ward von Kleber ebenso wie derfrühere Aufstand der Einwohner von Bonaparte benutzt, um durchPlünderungen, Erpressungen und grausame Strafen seiner Geldver-legenheit abzuhelfen.

Kleber blieb auch nach der völligen Besiegung der Feinde vonder Nothwendigkeit, Egppten zu räumen, überzeugt. Unterdessenhatte auch das englische Ministerium seine Meinung geändert, weiles endlich einsah, daß durch die Türken allein Egppten den Fran-zosen niemals werde entrissen werden, daß also England selbst vielGeld und Menschen werde opfern müssen. Der Vertrag von ElArisch würde daher erneuert worden sein, wenn nicht Kleber am14. Juni 1800 durch einen fanatischen Mohammedaner ermordetworden wäre. Sein Nachfolger im Oberbefehl war Menou alsder den Dienstjahren älteste General des Heeres. Dieser ehemaligeMarquis, der sich nur durch die Eigenschaften eines Wachtparaden-Officiers auszeichnete, wies die von den Engländern und Türkenangebotenen Bedingungen des früheren Vertrages zurück, weil erals blinder Verehrer Bonaparte's diesem sogar das Unmöglichezutraute, und deshalb den Besitz Egypten's behaupten zu könnenglaubte.

Bonaparte hatte mit jener bewunderungswürdigen Thätigkeit undEinsicht, die er bei jeder Gelegenheit bewies, Alles aufgeboten, umdem Heere in Egppten Verstärkungen zuzuschicken; alle seine Be-mühungen waren aber vergeblich gewesen. Das kleine französischeHeer in Egppten blieb also sich selbst überlassen. Zur völligen Be-siegung desselben ließen die Engländer siebentausend Mann ihresostindischen Heeres und ein eigentlich nach Portugal bestimmtesSöldnerheer von fünfzehntausend Mann nach Egppten bringen, wäh-rend zugleich die türkische Flotte an der Küste dieses Landes erschien,und der Großvezier neue Schaaren von Gesindel aus Palästinaherbeiführte. Noch ehe die ostindischen Truppen ankamen, wurde