England am Schlüsse des achtzehnten Jahrhunderts. jg
galten verloren. Die Engländer vermehrten also ihre Macht aufdem Meere und jenseit desselben in eben dem Grade, als die Fran-zosen ihre Eroberungen und ihren Einfluß auf dem Lande aus-breiteten. Als jedoch der Landkrieg von 1800 ein so schlimmes Endegenommen hatte, sahen die Engländer ein, daß ein bloßer Seekampfmit einer Nation, welche keinen Handel und keine Colonieen mehrhatte, nutzlos sein werde. Sie knüpften daher, sobald sie der Ver-drängung der Franzosen aus Egypten gewiß waren, Friedensunter-handlungen mit Bonaparte an.
3. Ausgang des egyptischen Feldzuges der Franzosen.
Als Bonaparte im August 1799 aus Egypten heimkehrte, hatteer den General Kleber mit dem Commando des dortigen Heeresbeauftragt (s. Th. XVll, S. 472). Er hatte demselben, ohne ihnvorher noch einmal gesprochen zu haben, Verhaltungsbefehle zurück-gelassen, welche sehr unbestimmt und auf Schrauben gestellt waren.Kleber war sehr unwillg darüber, zumal da Bonaparte gerade dieausgezeichnetsten Generale mit sich genommen hatte. Auch war erselbst von der Unhaltbarkeit des Besitzes von Egypten überzeugt. Erknüpfte daher schon Ende September mit dem vor Egypten kreu-zenden englischen Commodore Sidney Smith Unterhandlungen an,um unter dessen Vermittelung und Bürgschaft einen Vertrag mitden Türken zu schließen. Dieser Vertrag oder die sogenannte Capi-tulation von El Arisch und Salahieh kam im Januar 1800 zu Stande,und Kleber räumte nach den Bestimmungen desselben einen Theilder festen Platze des Landes dem Großvezier ein, welcher mit einemzahlreichen Heere nach Egypten gekommen war. Als dies jedochgeschehen war und Kleber seine Truppen nach der Küste hin zusam-men gezogen hatte, um mit ihnen nach Frankreich zurückzukehren, ver-weigerte Sidney Smith die Ratifikation des Vertrages, weil seinOberbefehlshaber, Lord Keith, vom englischen Ministerium denBefehl erhalten habe, auf der Kriegsgefangenschaft des französischenHeeres zu bestehen. Kleber war darüber aufs äußerste erbittert; erbenutzte aber sogleich den Unwillen, den sein um die Heimkehr be-trogenes Heer empfand, um die große, aber elende türkische Armeein die Flucht zu schlagen. Dies geschah am 20. März 1800 beiden Trümmern der alten Stadt Heliopolis. Mit einem Ver-