Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich. Bonaparte als erster Consul. l'

sondern auch der Keim zu jenem inneren Zwiespaltes gelegt werdenmußte, an welchem unsere Zeit kränkelt. Gerade deshalb ist aberdie einfache, nicht auf Lob oder Tadel hinzielende, sondern denbloßen Zusammenhang des Thatsächlichen vorführende Darstellungder Veränderungen, welche Bonaparte mit der Regierung und Ver-waltung Frankrcich's vornahm, für unsere Zeit im höchsten Gradebelehrend. Sie liefert namentlich den besten Beweis von der Un-verträglichkeit einer freien Bewegung, welche für die Welt Be-dürfniß geworden ist, mit dem absoluten Regierungs-Spstem desvorigen Jahrhunderts und mit dem ihm anklebenden Kasten- undPriesterwesen.

Bonaparte ließ, als er die alten monarchischen und hierarchischenFormen unter neuen Namen wiederherstellte, zwar alles das bestehen,was die Intelligenz von ganz Frankreich in der Revolution erschaffenhatte, aber nür so weit, als es seinen Zwecken nicht widerstrebte.Ebenso bediente er sich der fähigsten und erfahrensten Geschäfts-männer seiner Nation, wenn diese ebenso wie er selbst dem Idealenabgeneigt waren und sich zu Allem, was ihnen Ehre und Vortheilbrachte, gebrauchen ließen. Die beiden Hauptstützen seiner Organisa-tionen waren jedoch seine eigene Persönlichkeit und der eitele, anFormen haftende Sinn der Franzosen. In Betreff der Ersterenübersah Bonaparte, daß Staatseinrichtungen sich nicht auf die Per-sönlichkeit des Herrschers gründen lassen, mag dieser auch noch sogroße Eigenschaften besitzen. Was aber den zweiten Punkt angeht,so müssen wir es dahin gestellt sein lassen, ob wirklich, wie alleLobredner Bonaparte's behaupten, die alten Vorurtheile und Ge-wohnheiten den Franzosen so sehr zur anderen Natur gewordenwaren, daß nur durch die Rückkehr zu denselben Ordnung und Ruhewiederhergestellt werden konnte.

Schon am 17. Januar 1800 wurde die alte Censur unter einerneuen Form wiederhergestellt. Ein Gesetz von diesem Tage be-schränkte nämlich nicht blos die Zahl der politischen Journale aufdreizehn, sondern es bedrohte auch diese mit der Unterdrückung,wenn sie feindlich gegen die Regierung auftreten würden. Dagegenließ Bonaparte selbst in seinen officiellen Blättern jede ihm mis-liebige Regierung und deren Mitglieder auf sanscülottische Weisebeschimpfen. Die Presse wurde also, wenigstens in Betreff der Zei-