Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

tungen, gleich anfangs zu einem bloßen Werzeuge der Regierungund Verwaltung gemacht. Daß Bonaparte schon in: Februar 1800durch die Einführung der Präfecturen ein noch viel wichtigereszweites Werkzeug derselben schuf, ist bereits früher (Th. XM., S. 488)angegeben worden.

Ebenso, wie Bonaparte in Betreff der Presse nicht etwa blosder Zügellosigkeit ein Ende machte, sondern die freie Meinungs-äußerung selbst unterdrückte, suchte er auch die herrschend gewordeneIrreligiosität nicht durch die Gründung einer dem Geiste der Zeitentsprechenden freien und nationalen Kirche, sondern durch die Wie-derherstellung des Cercmom'en-Dienstes und der Hierarchie zu be-seitigen. Der Sturm der Revolution schien die französische Kirchemit ihren Ceremonien und Formeln, sowie das Pabstthum mit seinerHierarchie vernichtet zu haben; und ein aus den konstitutionellenund republikanischen Bischöfen Frankreich's bestehendes National-Concil, welches am 29. Juni 1801 in Paris zusammentrat, sprachsogar offen und laut aus, daß man, um die Angelegenheiten derfranzösischen Kirche zu ordnen, der Mitwirkung des Pabstes nichtbedürfe. Nichtsdestoweniger gerietst Bonaparte bei seinem Streben,das Neue mit dem Alten auszusöhnen, auch in Betreff der kirch-lichen Angelegenheiten auf den Irrweg, daß er das Erstere demLetzteren aufopferte. Er selbst hatte eine ganz praktische Ansicht vonder Religion, und da er die freie Bewegung des Geistes mit einermilitärischen Herrschaft unvereinbar fand, so bedurfte er für seineZwecke einer absoluten Religion, einer geistlichen Dictatur und deskirchlichen Gepränges. Er trat daher mit Pabst Pius VII., welcherdurch den Einfluß der französischen Partei am 14. März 1800 zuVenedig erwählt worden war, gleich anfangs in eine enge Verbin-dung, gewährte ihm seinen Schutz (s. S. 4) und ließ sich, alser nach der Schlacht- bei Marengo in Mailand einzog, durch dendortigen Erzbischof mit kirchlichem Gepränge empfangen.

Gleich darauf, als er am 3. Juli nach Paris zurückgekehrt war,begann er auch die alten weltlichen Ceremonien und Rangverhältnisse,welche durch die Revolution verbannt worden waren, wieder einzu-führen und so die später erfolgte Wiederherstellung des Adels vor-zubereiten. Er hielt nämlich in den Tuilerieen eine feierliche Audienz,bei welcher alle höheren Behörden und Beamten nach dem Dienst-