27
Frankreich. Verschwörungen gegen Bonaparte.
eingerichtet hatte. Eine zweite Polizei ward nämlich von Bonaparte'sSchwager Mürat, dem damaligen Commandanten der Stadt Paris,oder vielmehr von dessen Adjutanten Savary geleitet, und einedritte stand unter Bonaparte's General-Adjutanten Düroc. Außer-dem beschäftigte sich auch noch der General Moncey mit Aufpassen,und hatte also gewissermaßen eine vierte Polizei eingerichtet. Am7. Februar 1801 wurde die Polizei sogar förmlich an die Stelleder Justiz gesetzt. Durch ein Gesetz von diesem Tage ließ sich näm-lich der erste Consul auf mehrere Jahre das Recht ertheilen, überall,wo es ihm nöthig scheine, Special-Gerichte einzusetzen, deren Mit-glieder er selbst zu ernennen habe.
Bald nachher begannen die Unterhandlungen mit dem Pabsteoder mit anderen Worten das Streben Bonaparte's, die päpstlicheKirchengewalt und den wieder hergestellten äußerlichen Cultus zuStützen seiner Alleinherrschaft zu machen. Durch dieses unseligeStreben bereitete Bonaparte sich selbst Verlegenheiten, und arbeitete,ohne es zu ahnen, den Bourbonen in die Hände. Da er aber dieGründung einer ganz absoluten Monarchie im Auge hatte, so be-durfte er freilich auch eines absoluten Stellvertreters der Gottheit,der ihn zum Herrscher weihe, und ihm außerdem noch dazu behülslichsei, daß er statt der republikanischen oder constitutionellen Bischöfeaus der Revolutions-Zeit und statt der bourbonisch-realistischenBischöfe, welche nach England geflohen waren, monarchische undbonapartistische Häupter des französischen Klerus erhalte. Zu diesemBehufe schloß er 1801 mit Pabst Plus VII. ein Concordat.Die Unterhandlungen über dasselbe wurden in Paris geführt, undBonaparte übertrug ihre Leitung seinem Bruder Joseph, demStaatsrath Cretet und einem der früheren Führer der Vendöer,dem Pfarrer Bernier (s. Th. XVII., S. 487), während vonSeiten des Pabstes der Kardinal Consalvi, der römische Staats-Secretär Spina und der Pater Caselli bevollmächtigt waren.Als die Sache nicht rasch genug ging, drohte Bonaparte mit einemvon Talleyrand verfaßten gallikanischen Concordats-Entwurf, sowiemit dem Schreckbilde einer jansenistischen Kirche, welches das da-mals in Paris versammelte National-Concil darbot (s. S. 22).Auf diese Weise ward endlich das Concordat zu Stande gebracht.Sobald dasselbe am 15. Juli 1801 in Paris und am 15. August