42 Geschichte der neueren Zeit.
Zeitungsartikel, durch Glückwunsch-Reden und andere Mittel vor-gearbeitet hatte, bewog Foucho am 27. März den Senat, dem erstenConsul aus Anlaß der realistischen Verschwörung eine Adresse zuüberreichen, in welcher dieser, zum Behufe der Verewigung derWohlthaten seiner Regierung, um ein Gesetz über Errichtung einerMonarchie ersucht ward. Bonaparte stellte sich befremdet, verwiesaber die Sache an den Staatsrath. Dieser zeigte sich jedoch nichtso dienstfertig, als gewöhnlich. Thibaudeau und andere wirklichpatriotische Männer bewirkten nämlich, daß der Staatsrath zwardie Einführung einer Monarchie billigte, zugleich aber auch die Rechteder Nation sicher gestellt haben wollte. Es wurde daher ein andererWeg eingeschlagen. Man ließ wieder Adressen und Bittschriftenmachen und im Moniteur abdrucken, und drohte zu gleicher Zeitdamit, daß die Pariser Garnison sich nicht länger werde abhaltenlassen, den ersten Consul zum erblichen Kaiser auszurufen. Hieraufmußte am 23. April ein an sich unbedeutender Mann, Cürse,im Tribunal die Errichtung eines Erbkaiserthums beantragen, undzwar mit dem Zusätze, daß Bonaparte zugleich das Recht erhaltensollte, die Verfassung nach Gutdünken umzuändern. Zwei Tagespäter erließ Bonaparte an den Senat eine Botschaft, welche dieeigentliche Antwort auf dessen Adresse vom 27. März enthielt undihn zu einer deutlicheren Erklärung aufforderte. Der Senat beeiltesich, dem Tribunal den Vorrang der Gunst abzugewinnen, und gabam 3. Mai eine den Wünschen Bonaparte's entsprechende Antwort.An demselben Tage nahm auch das Tribunal Cüröe's Antrag an.Der gesetzgebende Körper war damals nicht beisammen; sein Präsi-dent Fontanes vereinigte aber einige in Paris anwesende Mit-glieder desselben, welche dann ebenso, wie das Tribunal, entschieden.Nachdem hierauf mit Bonaparte's Kabinet das Weitere abgehandeltworden war, erklärte der Senat am 16. Mai 1804 NapoleonBonaparte zum Erblasser der Franzosen. Zwei Tage späterwurde auch die neue Verfassung verkündigt.
Bei allen diesen Berathungen und Beschlußnahmen handelte essich nicht um das Wohl des Volkes, sondern blos um die rein per-sönlichen Bedingungen, unter welchen die berathenden Collegien indie Hemmung aller weiteren Fortschritte des geselligen Zustandeseinwilligen wollten. Auch fehlte es dabei weder an schönen rheto-