Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich. Royalistische Verschwörung gegen Bonaparte. 4t

traurigen Geschichte, besonders aber in dem bei Cadoudal's Processeund bei Enghien's Ermordung beobachteten Verfahren, kann mangelegentlich aus dem Benehmen der höchsten Beamten einigermaßeneine Entschuldigung herleiten, daß Bonaparte die Freiheit unter seineVormundschaft nehmen zu müssen glaubte. Übrigens wurden zweivon den Leuten, die sich bei Enghien's Gefangennehmüng und Er-mordung vorzugsweise dienstfertig erwiesen hatten, die GeneraleSavary und Caulaincourt, von Bonaparte seit dieser Zeitbesonders geschätzt und rasch emporgehoben.

7. Errichtung des Kaiserthums in Frankreich.

Bonaparte hatte anfangs als Dictator einer Republik geherrscht,und in den Jahren 1802 und 1803 diese in eine absolute Monar-chie umgewandelt. Es fehlten jetzt nur noch die bisher in solchenStaaten gebräuchlichen Titel und Würden. Diese wurden endlich1804 ebenfalls geschaffen. Die Errichtung einer Monarchie selbstund eines neuen Erdreiches wird jeder Verständige billigen, weil derfranzösische Staat bei dem Charakter seiner Bürger und nach derganzen Lage der Dinge unmöglich als eine Republik fortbestehenkonnte. Daß aber Bonaparte die neue Monarchie zu einer byzan-tinischen machte, daß er die Ceremonien der Zeiten Pipin's, Karl'sdes Großen und Ludwig's XIV. erneute, daß er die Formen, dieSitten, die Pracht und die Verschwendungen, welche den Verfall derHöfe und des Adels in Europa herbeigeführt hatten, wiederherstellte,und daß für alles dies der größte Mann seiner Zeit die elendestenKünste in Anwendung brachte, wird man durch keine Dialektik alsnothwendig oder als ein Glück für Frankreich und für Bonaparteselbst zu erweisen vermögen.

Die einleitenden Schritte zur Stiftung des Kaiserthums wurdenvon F o u ch 6, von Fontanes, welcher seit Januar 1804 Präsidentdes gesetzgebenden Körpers war, und von dessen Protektor LucianBonaparte gemacht. Auch Joseph Bonaparte, welcher wegender Kinderlosigkeit Bonaparte's als dessen ältester Bruder ein beson-deres Interesse bei der Erblichkeit der neuen Herrschergewalt hatte,half die Kabale leiten. Bonaparte selbst hatte schon im Februar1804 in einer officiellen Antwort, die er einer Senats-Deputationertheilte, auf einen Thron hingedeutet. Nachdem man hierauf durch