Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich. Bonaparte und die Schweiz.

Eintracht zurückzuführen, das Einschreiten der französischen Regierungmit demselben Grunde entschuldigt werden konnte, mit welchem mandie Theilung von Polen entschuldigt hatte. Wir wollen aber nurkurz berichten, daß, nachdem am 17. April 1802 die Föderalistenvon der Regierung verdrängt worden waren, eine neue centrali-sirende Verfassung eingeführt ward, die sich unhaltbar zeigte undfremder Hülfe bedurfte. Als sich nämlich verschiedene Kantone gegen.die Regierung empörten, und die Anhänger der alten und der neuenVerfassung die Waffen gegen einander erhoben, zog Frankreich imAugust 1802 plötzlich seine Truppen aus dem ganzen Lande. Dadurchwurde dann die überall herrschende Verwirrung so sehr gesteigert,daß Bonaparte gebietend einschreiten konnte. Er ließ im Oktoberdurch den General Rapp den Schweizern geradezu befehlen, daßDcputirte gewählt und nach Paris gesandt werden sollten, um dortunter den Augen Bonaparte's über eine neue Verfassung zu be-rathschlagen, oder vielmehr um, wie sich nachher zeigte, aus seinerHand die Grundlinien einer neuen Verfassung zu empfangen. DiesesMachtwort ward durch dreißig- bis vierzigtausend Franzosen unter-stützt, welche unter Ney's Führung am 21. Oktober in die Schweizeinrückten und bald das ganze Land überschwemmten.

Gegen das Ende des Jahres 1802 erschienen die Deputierender Schweiz in Paris. Ihnen gegenüber zeigte Bonaparte aufglänzende Weise die beiden Eigenschaften, die ihn zum größten Re-genten Europa's gemacht haben würden, wenn er nicht von derunseligen Leidenschaft des Kriegführens beherrscht gewesen wäre.Diese Eigenschaften waren die unübertroffene Liebenswürdigkeit imVerkehr, durch welche er jedermann zu bezaubern wußte, und dieLeichtigkeit, mit der er ohne gelehrtes oder systematisches Studiumdas Wesen der Nationalitäten und Verfassungen durchschaute unddasjenige, was er sich von Sachkundigen hatte vortragen lassen, alsseinen eigenen Gedanken anzuwenden verstand. Er versetzte durchBeides die Schweizer Deputirten in das höchste Erstaunen, gab sichaber dabei das Ansehen, als wenn er, um nicht befehlen zu müssen,Alles aufbiete, damit die Schweizer selbst zur Entwerfung einerbrauchbaren Verfassung gebracht würden. Das Ende der Komödiewar, daß Bonaparte am 11. Februar 1803 dem Schweizer Kongreßeine unter den Namen Mediations-Acte versteckte neue Ver-