Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

Bonaparte, auch die helvetische Republik dem französischen Reichemehr unterzuordnen. Von den Häuptern der helvetischen Republikwar Laharpe als schwärmender Demokrat zu diesem Zwecke nichtzu gebrauchen. Bonaparte wies daher auch den Lafayette der Schweiz,obgleich er ihn als einen redlichen Mann achtete, zurück, und machtedagegen Leute wie Dolder und Savary, von denen der Eineverschuldet und schwelgend, der Andere ein lockerer, lustiger Gesellewar, zu seinen Werkzeugen. Diese ^bewirkten im Jahre 1800 zweimal(im Januar und im August) einen Umsturz der bestehenden Ver-fassung, und führten eine neue centralisirende Constitution ein, welchenach dem Muster der Consulats-Verfassung Frankreichs gemachtworden war. Bonaparte urtheilte jedoch mit Recht, daß eine föde-ralistische Trennung der Schweizer und eine ihrer früheren Aristo-kraten-Herrschaft sich annähernde Regierungsform seinen Zweckenbesser dienen werde, als eine junge, kräftige, durchaus freie Na-tionalität, die sich selbst zu schützen im Stande gewesen sein würde.Er schickte daher im Mai 1801 den Schweizern den Entwurf zueiner anderen Verfassung, wobei er zugleich schon zu erkennen gab,daß er Wallis von der Schweiz abreißen und mit Frankreich ver-einigen werde. Dieser Entwurf fachte die alte Zwietracht aufs neuean. Auch sorgte Bonaparte selbst dafür, daß dieselbe erhalten undgenährt werde; denn da er sich im Lüneviller Frieden verpflichtethatte, den Schweizern die Anordnung ihrer Angelegenheiten zu über-lassen, so mußte er, um Östreich nicht zu beleidigen, dahin arbeiten,daß die streitenden Parteien genöthigt würden, Frankreich's Ein-mischung zu fordern. Die eine dieser beiden Parteien, deren HauptAloys Reding war, bestand aus den Föderalisten oder den An-hängern des alten Kantonal-Systems; die andere oder die soge-nannten Centralisten arbeiteten unter der Leitung Dolder's, Sa-vary's, Glayre's, Rengger's und Anderer auf eine voll-ständige Einheit der Schweiz hin. Seide Parteien wurden von derfranzösischen Regierung insgeheim unterstützt.

Wenn wir uns auf eine Darstellung des Labyrinths von erbärm-lichen Streitigkeiten der einzelnen Kantone und Parteien einlassenkönnten, so würde sich leicht beweisen lassen, daß auch in der SchweizLeidenschaft und Gewinnsucht, Eitelkeit und Neid mächtiger waren,als der Patriotismus. Es würde sich zeigen, daß, um Ruhe und