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Frankreich. Besetzung von Hannover.
dem Heere auf den Hals schickten, um demselben die Grille vonAufopferung und National-Ehre auszutreiben. Zwei Deputirte derRitterschaft, von Lenthe und von Wangenheim, erschienenbeim Heere, gerade als dasselbe im Begriffe war, den Franzosenden Übergang über die Elbe streitig zu machen. Diese Herrenerklärten dem Heere, daß, wenn die Truppen sich ruhig entwaffnenließen, die Stände für ihren Unterhalt sorgen würden, daß aber dieSoldaten, wenn sie sich wehrten und dadurch, wie sich die edelnHerren ausdrückten, Unglück über das Land brächten, nichts zu er-warten hätten. Als die Armee dessenungeachtet Miene zum Kampfemachte, säete man Zwietracht unter den Soldaten aus, und triebzwei Reiter-Regimenter zur Aufkündigung des Gehorsams. Jetztfügten sich die Führer des Heeres, und am 5. Juni wurde zwischenWalmoden und Mortier in Artlenburg eine neue Capitulationgeschlossen, vermöge deren die Soldaten ohne Kriegsgefangenschaftentlassen, Waffen, Pferde und Kanonen aber den Franzosen über-geben wurden. Von diesem Augenblicke an hatte Hannover vonSeiten der Franzosen einen systematisch eingerichteten Druck zu erlei-den. Die systematische Plünderung des Landes ward den Franzosennoch dadurch erleichtert, daß jeder Beamte auf seinem Posten bliebund ihnen als Gehülfe diente. Wie hart der Druck war, magdaraus ermessen werden, daß in der zweiten Hälfte des Jahres1803 achtzehn Millionen Francs baar bezahlt werden mußten, daßeinzelne französische Offnere monatlich bis zu neunzig Thalern fürihren Tisch erpreßten, und daß man das französische Heer, welchesauf Kosten der Einwohner unterhalten wurde, bald bis auf dreißig-tausend Mann vermehrte. Auch die Hanse-Städte wurden damalszu starken Geldzahlungen genöthigt und ein Stück ihres Gebietesohne Weiteres besetzt.
Die Besetzung Hannover's durch die Franzosen machte der Weltauch den traurigen Zustand der preußischen Regierung aufs neuesichtbar. Der König von Preußen, an dessen Hofe der gewandteLaforest französischer Gesandter war, wollte es wie immer mitkeinem der kriegführenden Theile verderben, und ward in seinerschwankenden Politik von den drei Jntriguanten Haugwitz, Luc-chesini und Lombard bestärkt, welche den Franzosen in die Händearbeiteten. Man schickte Lombard an Bonaparte, um ihn zur Räu-