Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich u. England im Jahre 1804.

hielt Napoleon, welcher gerade damals die Gründung des Kaiser»reiches durch seine Krönung vollendet hatte, aus politischen Gründensür gut, den Schritt zu wiederholen, den er nach der Errichtung desEonsulats gethan hatte (s. Th. XVII., S. 487). Napoleon suchtenämlich bei allem dem, was er zur Vergrößerung seiner Machtoder zur Erhebung seiner Familie that, sich stets den Schein zugeben, als wenn er durch die Feinde Frankreich's oder durch dasBedürfniß der Zeit dazu gedrängt worden sei. Um also auch dieSchuld des neuen Krieges und seiner Ausdehnung von sich abzu-wälzen, schrieb er im Januar 1805 einen eigenhändigen Brief anKönig Georg, in welchem er diesen dringend zum Frieden ermähnte.Die ablehnende Antwort des englischen Ministeriums war höflicher,als die im Jahre 1800 ertheilte. Sie ward, um den beabsichtigtenZweck zu erreichen, zugleich mit Napoleon's Schreiben dem Senatübergeben, welcher dann die ganze Sache umständlich abhandeln mußte.

12. Bildung der dritten Coalition und Napoleon's

nochmalige Umgestaltung von Ober-Italien undHolland.

Während Napoleon sich durch die umfassenden Maßregeln, dieer für den drohenden Continental-Krieg ergriff, den Sieg im Vor-aus sicherte, vergeudete die morsche Aristokratie Europa's ihre Zeitmit luftigen Projekten über das, was nach dem Siege geschehensollte. Nur Pitt zeigte sich auch damals allen übrigen Staats-männern ebenso im Kabinet überlegen, wie Napoleon allen Gene-ralen im Felde überlegen war. Er ließ sich durch alle jene Planenicht irre machen, that sogar, als wenn er auf sie eingehen wolle,brachte sie aber am Ende auf diejenigen Punkte zurück, welche desfür eine neue Coalition auszugebenden Geldes werth schienen. So-bald Napoleon sah, daß Pitt seinen Zweck erreichen werde, nahmer im Moniteur gegen die legitimen Fürsten den höhnenden revolu-tionären Ton der Schreckenszeit an, um seine kriegerische Nationebenso, wie 1793 und 1794 geschehen war, in diejenige Stimmungund Bewegung zu versetzen, die ihr jedes Opfer leicht machte.

Napoleon's Hohn traf am härtesten den König Gustav IV.von Schweden, welcher bei allem seinem edeln Eifer für das Rechtsich stets lächerlich machte, weil er so sehr von siren Ideen beherrscht