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Geschichte der neueren Zeit.
wurde, daß er jeder vernünftigen Vorstellung und jeder Rücksichtder Klugheit sein Ohr verschloß. Er spielte die Rolle eines politi-schen Don Qmrotte, und ward durch die lächerliche Art, wie erseinen Haß gegen Frankreich an den Tag legte, zum allgemeinenGespötte. Als Bonaparte ihn dafür durch einen Artikel des Moni-teur höhnend zurechtwies, jagte er rm September 1804 den franzö-sischen Geschäftsträger aus seinem Reiche fort, wobei er in seinemSchreiben an diesen den Beherrscher des französischen Reiches denHerrn Bonaparte nannte. Im Frühling des folgenden Jahresschickte er dem Könige von Preußen den schwarzen Adlerorden zurück,weil dieser auch dem Kaiser Napoleon ertheilt worden war. Einenwirklichen Triumph feierte er über Preußen, als er im December1804 und im Januar 1805 sich durch Verträge verpflichtet hatte,den Engländern für eine Subsidie von achtzigtausend Pfund Stral-sund als Stapel- und Waffenplatz einzuräumen und russische Trup-pen in Pommern aufzunehmen. Obgleich nämlich das preußischeKabinet auf die Anzeige davon zweimal drohend erklärt hatte, daßes keine Rüstungen gegen Frankreich an seiner Grenze dulden werde,blieb es doch nachher ruhig.
Im April 1805 kam endlich die neue Coalition zwischenEngland, Rußland und Schweden zu Stande. Die Verbündetenwollten ein von England bezahltes großes Heer aufstellen, durchwelches die Franzosen aus Deutschland, Holland, der Schweiz undItalien getrieben werden sollten. Zugleich hatten sie ein Theilungs-Project verabredet, welches 1814 und 1815 wieder hervorgesuchtward. Die Lombardei und Venedig sollten an Östreich, Belgien anHolland, Nizza, Genua und Savoyen an Sardinien kommen. Derganze Plan setzte die Mitwirkung des östreichischen Heeres voraus.Auch war Östreich bereits mittelbar bei der Sache betheiligt. Eshatte schon im November 1804 einen sogenannten Defensiv-Vertragmit Rußland geschlossen, und nachher nicht nur Feldzugs-Plane ver-abredet, sondern auch Rüstungen gemacht, welche den französischenKaiser zu mehrmaligen Anfragen bewogen. Das östreichische Kabi-net suchte auch Preußen in den Bund gegen Frankreich hineinzuziehen.Es schickte zu diesem Zwecke seinen gewandtesten Diplomaten, denFürsten Metternich, nach Berlin. Preußen schien damalsendlich aus seinem Schlummer erwachen zu wollen. Ein Theil des