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Geschichte der neueren Zeit.
Holland an. Schimmelpenninck sah jedoch recht gut ein, daß er blosdazu dienen solle, die letzten Reste der Freiheit seines Vaterlandeszu vertilgen und die Willkürherrschaft eines Franzosen vorzubereiten.Er lehnte daher nicht nur den Antrag ab, sondern wagte auch seinVaterland gegen den Kaiser in Schutz zu nehmen. Als hieraufNapoleon mit der Einverleibung Holland's in Frankreich drohte,fügte sich Schimmelpenninck zwar in die Nothwendigkeit, suchte aberzu retten, was noch zu retten war. Er erlangte jedoch nichts wei-ter, als daß er die Oberherrschaft unter dem hergebrachten undbescheidenen Titel eines Raths-Pensionärs übernehmen durfte. DieseHerrschaft ward ihm auf fünf Jahre verliehen, und zwar in derWeise, daß ihm ein Staatsrath von fünf bis neun Männern zurSeite stehen sollte, der gesetzgebende Rath aber, dessen Mitgliederden Titel der „Hochmögenden" erhielten, um die Hälfte seines bis-herigen Bestandes verringert wurde. Die in Paris verfertigte neueVerfassung ward dem Volke zur Bestätigung vorgelegt, und dieAbstimmung desselben fiel natürlich nach Wunsch aus, da man auchdiesmal wieder alle diejenigen, welche gar nicht stimmten, den Be-jahenden zuzählte. Am 15. März 1805 ward die neue Verfassungproklamirt. Schon ein Jahr nach ihrer Einführung wurde sie wie-der über den Haufen geworfen und Holland mit der Herrschaft einesNapoleoniden beglückt.
Mit der Umwandlung der italiänischen Republik in eineMonarchie ging es rascher und leichter. Der Vice-Präsident der-selben, Melzi, wurde nebst einer Anzahl von Notabeln bei Gele-genheit der Kaiserkrönung nach Paris entboten, um dort als soge-nannte Consulta über eine neue Verfassung zu berathschlagen. DieseNotabeln-Versammlung trug, obgleich sie gar keine Vollmacht zueinem solchen Schritte hatte, am 18. März 1805 dem Kaiser fol-genden Beschluß vor: „Die italiänische Republik ist in eine Monarchieumgewandelt und Napoleon zum König von Italien ernannt.Dieser ist eingeladen, nach Mailand zu kommen, um sich dort krönenzu lassen und das neue Reich einzurichten. Die Krone von Italiensoll jedoch bei Napoleon's Tode wieder von der französischen Kronegetrennt werden." Napoleon nahm die dargebotene Krone an, undließ sich sogleich von den Mitgliedern der Consulta den Eid derTreue leisten. Zu seinem Stellvertreter in Italien ernannte er