Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Jtalieu, Umgestaltungen durch Napoleon 1808.

diesmal nicht, wie früher, einen Jtaliäner, sondern seinen Stiefsohn,Eugen Be au Harnais, der zwar noch jung und ohne alle Er-fahrung war, aber auch in Italien nicht regieren, sondern nurrepräsentiren sollte. Napoleon selbst leitete von Paris aus dieRegierung des neuen Königreiches. Wie wenig er sich dabei andie Verfassung band, kann man daraus ermessen, daß er einst überdie gesetzgebende Behörde Italien's äußerte, man könne auf eineVersammlung von dummen Jungen (poüssou8) keine Rücksichtnehmen.

Im April reiste Napoleon nach Mailand, um sich dort die eiserneKrone der Lombarden aufzusetzen, mit welcher einst die deutschenKönige gekrönt worden waren. Kurz vorher hatte Pabst Pius VII.,welcher nach der Kaiserkrönung in Paris geblieben war, die Rück-reise nach Rom angetreten. Er schied von Napoleon, mit dem erunterwegs (in Turin) noch einmal zusammentraf, sehr unzufrieden,weil dieser ihn nur für seine Zwecke gebraucht, jede Anmuthungaber, den Ultramontanismus zu fördern, zurückgewiesen hatte. Na-poleons ganze Reise war darauf berechnet, die Reste des Republi-kanismus einzuschüchtern, Enthusiasmus für seine Person zu erweckenund den gegen ihn verbündeten Mächten durch militärischen TrotzHohn zu bieten. Dies war auch der Sinn des mit aller Prachtausgeschmückten Siegesfestes, welches er am 5. Mai auf demSchlachtfelde von Marengo veranstaltete. Er erschien bei diesemFeste mit seiner Gemahlin auf einem Throne sitzend, und neben demmilitärischen Glänze wurde auch das ganze orientalisch-byzantinischeGepränge von Kammerherren, Großbeamten und Ehrendamen zurSchau gestellt. In Mailand hielt er am 8. Mai seinen Einzug.Hier wurde dann am 26. Mai die Krönung ganz auf dieselbe Weisegehalten, wie am 2. December 1804 in Paris, mit der einzigenAusnahme, daß der Pabst nicht selbst anwesend war, sondern sichdurch den Kardinal Caprara vertreten ließ. Bei dieser Ceremoniehatte Napoleon die Freude, die Glückwünsche aller der Mächte ent-gegenzunehmen, welche ihm huldigten oder um seine Gunst buhlten.Sogar der König von Preußen hatte in der Person Lucchesini'seinen Repräsentanten zur Huldigung geschickt, und ließ durch den-selben zugleich den schwarzen und rothen Adlerorden dem Kaiserüberreichen. Ja, sogar die Königin Marie Karoline von Nea-Schlojser'S Weltgcsch. f. d. d. V. xvui. 6