Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Preußen und der dritte Coalitious-Krieg.

behielt seinen Einfluß neben Hardenberg. Er ward sogar dazuauserkoren, die im Vertrage vom 3. November beschlossene Er-klärung an Napoleon zu überbringen. Als Düroc im Beginne desNovember von Berlin abreiste, wurde er vom Könige sehr freund-lich entlassen, weil dieser noch immer glaubte, daß er mit beidenTheilen befreundet bleiben könne. Das in Hannover eingerücktepreußische Heer durste die Franzosen, die sich in Hameln zusammen-gezogen hatten, nicht angreifen, sondern mußte ihnen sogar dienöthigen Lebensrnittel zukommen lassen. Auch gegen die Russen,Schweden und Engländer, welche im November von Norden herin Hannover einrückten und am 1. December vor Hameln erschienen,zeigten sich die Preußen weder feindlich, noch freundlich. Gleichnachher änderte der Ausgang des Krieges in Ostreich den ganzenZustand der Dinge.

Nach der Einnahme von Ulm drang nicht allein Napoleon mitdem Hauptheere rasch nach Östreich vor, sondern auch Massen»marschirte von Italien aus gerades Weges auf Wien los. DerLetztere war, seitdem Erzherzog Karl dreißig Bataillone nach demJnn hatte absenden müssen, seinem Gegner an Zahl der Truppengleich. Er drang daher angreifend vor, während Erzherzog Karlsich zurückzog, um der von zwei Seiten her bedrohten Stadt WienHülfe zu leisten. Bei Caldiero kam es am 29. Oktober zu einemdreitägigen blutigen Gefechte, welches unentschieden blieb, obgleichder Erzherzog das Schlachtfeld behauptete. Hierauf setzte der Letz-tere, von Massen« verfolgt, seinen Marsch nach Wien fort, indemer zugleich die Reste vom Heere des Erzherzogs Johann ansich zog, welches von Augereau, Ney und den Baiern mit solchemErfolge angegriffen worden war, daß zwei Abtheilungen das Gewehrhatten strecken müssen. Karl selbst litt auf seinem Rückzüge bedeu-tende Verluste, und würde in große Verlegenheit gerathen sein,wenn nicht Massen« plötzlich von seiner Verfolgung hätte abstehenmüssen, weil er die Nachricht erhielt, daß Marie Karoline vonNeapel sich wieder an die Alliirten angeschlossen habe. Der Erz-herzog konnte daher mit seinem Bruder Johann den Marsch nachder Donau weiter fortsetzen. Dessenungeachtet kam er zu spät inder Gegend von Wien an, um die Stecht retten zu können.