Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der ueuereu Zeit.

Auerstädt nach Freiburg an der Unstrut zu ziehen; der zweite Theil,bei dem sich auch die sächsischen Truppen befanden, blieb unter Ho-henlohe's Führung bei Jena liegen, um den Rückzug zu decken; miteinem anderen Corps sollte Rüchel von Weimar her die Verbindungzwischen beiden Theilen erhalten. Kaum hatte sich jedoch Ferdinandmit dem Hauptheere in Marsch gesetzt, als Napoleon, um so baldals möglich eine entscheidende Schlacht herbeizuführen, am 14. Oktoberalle drei Theile des preußischen Heeres zu gleicher Zeit angreifenließ. Er selbst warf sich mit großer Übermacht bei Jena aufHo-henlohe's Abtheilung, nachdem er vorher die Hauptpunkte der Um-gegend besetzt hatte. Zu gleicher Zeit griff Davoust die ihm anZahl doppelt überlegene Haupt-Armee der Preußen, welche nochauf dem Marsche nach Freiburg begriffen war, bei Auerstädt an.In kurzer Zeit hatte Napoleon Hohenlohe's Heer in die Flucht ge-trieben und zersprengt. Auch Rüchel, welcher herbeigeeilt, aberzu spät angekommen war, wurde, als er den Kampf wiederherstellenwollte, völlig geschlagen. Davoust erfocht unterdessen einen nochweit rühmlicheren Sieg über Ferdinand von Braunschweig. Inbeiden Schlachten ward ein Drittel der preußischen Heeresmacht ge-tödtet oder gefangen genommen. An Tapferkeit hatte es weder beiden Soldaten, noch bei den Führern des preußischen Heeres gefehlt.Der König selbst war nur mit Mühe dem Kampfgetümmel entzogenworden, und von seinen Generalen hatten drei, Ferdinand vonBraunschweig, Schmettau und Möllendorf, tödtliche Wun-den erhalten.

Niemand verstand besser, als Napoleon, errungene Vortheileschnell zu benutzen, und kein Volk ist rascher und muthiger im Siege,als die Franzosen. Dies zeigte sich auch nach den Schlachten beiJena und Auerstädt. Schon am 16. Oktober nahm Mürat dieStadt Erfurt, in welche Rüchel sich gezogen hatte, durch Capitulationin Besitz, und machte bei dieser Gelegenheit vierzehntausend Preußenzu Kriegsgefangenen. Dann eilte er dem Fürsten von Hohenlvhenach. Diesem hatte Friedrich Wilhelm, als er selbst nach der Oderhin entfloh, in Sondershausen den Befehl ertheilt, alle zerstreutenTruppen an sich zu ziehen und bei Magdeburg zu sammeln. DerFürst Hohenlvhe schien jedoch die Besinnung verloren zu haben, underleichterte durch seine Ungeschicklichkeit den Feinden die Verfolgung