Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich und Preußen. Krieg im Jahre 1806. 121

des Sieges. Ebendasselbe war der Fall mit fast allen anderenGeneralen des preußischen Heeres. Diese erhielten noch dazu, weilfür den Zusammenhang zwischen den einzelnen Heerabtheilungenkeine Fürsorge getroffen worden war, immer zu spät Nachricht voneinander. Am 17. Oktober ließ sich der Herzog Eugen vonWür-temberg, der mit der Reserve bei Halle stand, auf eine fast unbe-greifliche Weise von Bernadotte schlagen, welcher in Folge davonviertausend Mann gefangen nahm und zweiundzwanzig Kanonennebst bedeutenden Vorräthen eroberte. Als endlich Hohenlohe dieTrümmer des preußischen Heeres bei Magdeburg sammelte, nahmder Commandant dieser Festung, der alte, blos zum Kamaschen-Dienste brauchbare Herr von Kleist, nicht nur keine Befehle vonihm an, sondern er weigerte sich sogar, die Truppen des Fürstenmit Munition und Proviant aus den Vorräthen der Festung zuversorgen.

Während die Trümmer des preußischen Heeres nach allen Seitenhin verfolgt wurden, leitete Napoleon den Abfall des sächsischenKurfürsten ein, dessen Minister fortwährend mit Frankreich in Ver-bindung geblieben waren, und den Unternehmungen der Preußenmanches Hinderniß bereitet hatten. Napoleon entließ gleich nachdem Siege die gefangenen sächsischen Soldaten mit freundlichenWorten, und sandte einen Boten nach Dresden, um Sachsen vonPreußen zu trennen. Von dort aus erschien dann schon am 18.Oktober der Rittmeister von Thielemann bei Napoleon, und dieserkonnte von ihm um so leichter als Werkzeug für seine Absichtengebraucht werden, da Thielemann sich gleich anfangs ohne allen Auf-trag als Friedensstifter geltend machte. Schon am 23. Oktoberwaren die Unterhandlungen so weit vorgerückt, daß der Kurfürstseine Truppen zurückrief. Napoleon nahm zugleich schlauer Weisedie Verwendung desselben für die anderen sächsischen Herzöge an,um auch diese von seinen Feinden abzuziehen. Der förmliche Ab-schluß eines Friedens mit Sachsen verzögerte sich zwar noch bis inden December hinein; die Franzosen erhielten aber dadurch denVortheil, daß sie Sachsen vorher erst ausplündern konnten. Diesgeschah um so leichter, da in Sachsen und Thüringen ebenso, wiefrüher in Hannover und nachher in Preußen, die Verwaltung inihrem gewohnten Gange blieb, und die Beamten sich als Maschinen