Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Die Türke! von 160L bis 1806.

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sucht, und dadurch die Ulemas oder theologischen Nechtsgelehrtenmit dem Verluste des Einflusses bedroht, den sie als gesetzmäßigeBeisitzer des Staatsrathes (Diwan) ausübten. Diese waren daherseine geschworenen Feinde und sehnten sich nach einer Gelegenheit,gegen ihn loszubrechen. Auch den Janitscharcn war Selim tödtlichverhaßt, weil er eine beträchtliche Zahl von Truppen auf europäischeWeise hatte organisiren und einüben lassen, was die Janitscharcn inGefahr brachte, ihren entscheidenden Einfluß zu verlieren. BeideKlassen von Unzufriedenen ließen sich leicht zu einem Aufstandetreiben. Dieser brach zu einer Zeit aus, als Sebastian! sich aufkurze Zeit aus Constantinopel entfernt hatte, und also der Sultanseines gewohnten RathgcberS beraubt war. Am 28. Mai 1807besetzten plötzlich fünfzehntausend Rebellen die Vorstadt Pera, undbemächtigten sich des Geschützes. Vergebens bot ihnen der Sultanin seiner Angst die Abschaffung der neuen Militär-Einrichtungenan; die Ulemas und ihr Oberhaupt, der Mufti, erklärten ihn füreinen Ketzer und für unwürdig, länger der Nachfolger des Pro-pheten zu sein. Sie ließen ihn dann, während die Janitscharcnalle Minister ermordeten, in denjenigen Theil des Harems bringen,in welchem alle Prinzen, die dem regierenden Sultan gefährlichschienen, gefangen gehalten zu werden pflegten. Dagegen zogen sieeinen der dort eingesperrten beiden Söhne von Selim's Vorgängerund Oheim hervor, und riefen ihn feierlich zum Herrscher aus(29. Mai).

Der neue Sultan, Mustapha IV., der sich sogleich gegen alleNeuerungen seines Vorgängers aussprach, setzte zwar den Krieg mitEngland und Rußland fort, war aber noch weniger, als Selim, imStande, den Verfall des Reiches aufzuhalten. Die türkische Flotteerlitt am 1. Juli eine neue Niederlage durch Siniawin, der sichfreilich gleich nachher entfernen mußte, um seine schlechten Schiffeausbessern zu lassen. In Arabien behaupteten sich die Wccchabitenim Besitze der heiligen Städte. In Egypten setzte sich MchemetAli fest. Die Moldau und Waüachei waren in der Gewalt derRussen. Der von diesen unterstützte Czerny Georg mußte vonden Türken selbst in dem Vertrage, den sie im Juli mit ihm schlös-sen, als Fürst von Serbien anerkannt werden. Sogar Napoleonund sein Talleyrand, welche vorher den Türken die glänzendsten