Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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16Ü Geschichte der neueren Zeit.

Revolution hervorgegangen«, Gesetzbuche, welches fortan OockoUgxoleon hieß, wurde auf Napoleon's Befehl ebenso verfahren,wie einst Tribonianus dem Kaiser Justinian zu Gefallen mit demalten römischen Rechte verfahren war (s. Th. V., S. 11 f.). DieAusdrücke Republik, Nation und Bürger mußten den Wörtern Kai-serthum, Staat und Unterthanen Platz machen. Die Auslegungjedes Gesetzes, über welches der Cafsations-Hof in Zweifel war,wurde nicht der gesetzgebenden Behörde überlassen, sondern nachalter Weise an den Staatsrath gewiesen. Die vorher verboteneSubstitution (Ernennung eines Nacherben) wurde allen denen,welche kaiserliche Lehen hatten, eingeräumt. Der Artikel über dieMajorate ward so eingerichtet, daß er auf die Stiftung eines neuenErbadels vorbereitete. Ganz denselben Zweck hatten die Änderun-gen, welche Napoleon mit den Richtern und mit den gesetzgebendenBehörden vornahm. Die Richter wurden seit 1807 vorn Staats-Oberhaupte willkürlich ernannt, statt daß sie vorher aus den ihmvorgelegten Listen hatten gewählt werden müssen. Auch ihre Unab-setzbarkeit ward vermittelst der sophistischen Art, mit der man jetztimmer mehr bei der Regierung und Verwaltung verfuhr, demScheine nach erhalten, in Wirklichkeit aber beseitigt. Seit 1807konnte nämlich nicht nur jeder Richter während der ersten fünfJahre seines Amtes ohne Weiteres entlassen werden, sondern eswurden auch für die älteren Richter so viele Gebrechen, welche ihreEntlassung möglich machten, im Gesetze angegeben, daß man sichjedes misliebigen unter ihnen entledigen konnte. Von den beidengesetzgebenden Behörden wurde das Tribun at am 19. August1807 ganz aufgehoben; den gesetzgebenden Körper aber, fürdessen Mitglieder fernerhin das geringste Lebensalter nicht mehr dasdreißigste, sondern das vierzigste Lebensjahr war, schränkte man sosehr ein, daß seine Verhandlungen eine leere Komödie wurden.Nichtsdestoweniger war der damalige Präsident dieser Behörde,Fontanes, niederträchtig genug, öffentlich auszusprechen, der gesetz-gebende Körper habe durch die Abschaffung des Tribunals die Ma-jestät der National-Versammlungen wieder erlangt. Um an einemnoch auffallenderen Beispiele zu zeigen, wie sehr die Sophisten derRevolution durch unerhörte Schmeicheleien den großen Mann ver-derben halfen, wollen wir noch hinzufügen, daß auch der Präsident