Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich und das Herzogthum Warschau.

von chinesischer Gelehrten-Commission, welche das ganze Unterrichts-wesen in die Gewalt der Regierungs-Polizei brachte. An die Spitzederselben wurde der Meister rhetorischer Schmeichelkunst, der glatt-züngige Fontanes ss. S. 23) gestellt.

Die Franzosen ließen sich Alles gefallen, weil Napoleon sie durchRuhm und Glanz für den Verlust der Freiheit entschädigte, weilsein dictatorisches Walten in Europa ihrer National-Eitelkeit schmei-chelte, weil er Franzosen an die Verwaltung und Regierung andererLänder brachte und mit dem Raube derselben bereicherte.

Diese Länder hatten den furchtbaren Druck eines Gebieters zuerdulden, welcher seine Ansicht von Staatsverfassung und Völker-recht mit militärischer Gewalt geltend machte. Sie waren und blie-ben noch dazu der Willkür aller der Franzosen preisgegeben, dieihnen Napoleon als Generale, als Diplomaten und als Oberbeamtezusandte. Dagegen erlangten sie andererseits durch Napoleon freilichauch einen Antheil an den unschätzbaren Vortheilen der Revolution,der ihnen nimmer zu Theil geworden sein würde, wenn nicht Na-poleon, ohne sich dabei an irgend eine Rücksicht zu kehren, den Bodenfür den neuen Bau geebnet hätte. Am verderblichsten wurden ihnenzwei politische Fehler, welche Napoleon beging. Der keine dieserFehler war die fortwährende Umgestaltung der von ihm kaum erstgeschaffenen Verhältnisse, das ewige Vergrößern oder Verkleinernder neu gebildeten Staaten. Der andere bestand darin, daß es demfranzösischen Kaiser bei allen seinen Einrichtungen fremder Staatennur um den Nutzen, welchen er und Frankreich von denselben erlan-gen konnten, und erst in zweiter Linie um den Vortheil dieser Staa-ten selbst galt. Das Letztere zeigte sich sogleich bei dem Herzog-thum Warschau, dessen Gründung scheinbar der Anfang einerWiederherstellung Polen's war, das aber nichts Anderes als einfranzösischer Vorposten gegen Rußland und Östreich sein sollte.Darum blieb auch ein großer Theil der im Kriege gebrauchten fran-zösischen, polnischen und sächsischen Truppen in dem neuen Herzog-thum stehen, und dieses mußte außerdem noch die Verpflichtung über-nehmen, neben der einzuführenden Nationalgarde ein Heer vondreißigtausend Mann aufzustellen. Das Herzogthum Warschau wurdesogar noch durch eine dritte Last, welche Napoleon ihm aufbürdete,genöthigt, fremden Zwecken zu dienen. Napoleon beschenkte nämlich