Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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1Aft Geschichte der neueren Zeit.

und dieser wurde dann ebenfalls nach Bayonne geschickt, wo er am26. ankam. Als jedoch die beiden Jnfanten, Antonio Pascal, Karl's IV.Bruder, welcher Präsident der Junta gewesen war, und Franz dePaula, Karl's jüngster Sohn, am 2. Mai ebenfalls nach Bayonneabreisen sollten, brach in Madrid ein blutiger Volksausstand aus.Die erbitterte Menge fiel über die französischen Soldaten her, undMürat wurde nur dadurch wieder Herr der Stadt, daß er auf dasVolk einhaucn und feuern ließ. Zum abschreckenden Beispiele wur-den noch am Abend desselben Tages fünfnndachtzig Gefangene zumTode verurtheilt und erschossen. Über die Zahl der Franzosen undSpanier, welche in dem Gemetzel des 2. Mai das Leben verloren,lauten die Angaben verschieden. Die Hauptbedeutung dieses Auf-standes lag, wie auch Napoleon selbst fühlte, in dem Umstände, daßdurch das Madrider Blutbad Napoleon für immer mit der rach-süchtigen spanischen Nation entzweit ward, und daß er zu der Er-kenntniß kam, er werde es in Spanien nicht, wie in Deutschland,blos mit der herrschenden Kaste, sondern mit dem Volke selbst zuthun haben. Am 3. Mai reiste Franz, am 5. Antonio Pascal nachBayonne ab.

Napoleon war bei der Nachricht von dem Madrider Aufstandeam meisten über Ferdinand aufgebracht, weil dieser, wie aus aufge-fangenen Briefen hervorging, von Bayonne aus die Junta förmlichzu Feindseligkeiten gegen die Franzosen aufgefordert und, damitAlles gehörig organisirt werden könne, mit königlicher Machtvoll-kommenheit bekleidet hatte. Sogar die unnatürlichen Eltern machtenin Bayonne ihrem verhaßten Sohne Vorwürfe voll der ärgstenSchmähungen. Sie selbst wurden von Napoleon ohne Mühe be-wogen, die Krone an Napoleon abzutreten und sich einen Jahrge-halt, sowie einen Wohnsitz in Frankreich anweisen zu lassen. DieseThronentsagung geschah dadurch, daß Karl am 6. Mai eine vonGodoy und Düroc abgefaßte Acte unterzeichnete. Godoy, welcherauch fernerhin von dem königlichen Paare unzertrennlich blieb, wurdemit einer spanischen Domaine bedacht, später aber von Napoleonzu Gunsten des Marschalls Süchet derselben wieder beraubt. Am10. Mai fügte sich auch Ferdinand in sein Schicksals und unterzeich-nete eine Entsagungsurkunde, an die sich die beiden anderen Jnfan-ten ebenfalls anschlössen. Er erhielt seinen Wohnsitz ebenfalls in