Deutschland. Aristokratischer Bund gegen Napoleon. 2K3
deutschen Aristokraten in ihm ernste Besorgnisse erweckte, durch dieBerichte seiner geheimen Polizei gegen zwei Hauptwerkzeuge seinerRegierung, Talleyrand und Fouchs, heftig erbittert, und ließBeide seinen Zorn auf die ärgste Weise empfinden. Er beschickgleich nach seiner Rückkehr aus Spanien (Januar 1809) dieseStützen seines Thrones, denen er nie ganz traute, die sich ihm aberunentbehrlich gemacht hatten, in sein Kabinet, und überhäufte siedort in Gegenwart von Cambacorös, Lebrün und dem Marine-Minister Decrös mit den härtesten und gröbsten Vorwürfen. Zu-gleich nahm er dem Einen die Ehrenstelle und Besoldung einesGroß-Kammerherrn; den Anderen dagegen ließ er vor der Handnoch im Besitze des Polizei-Ministeriums. Auch wurden Beide fortanTag und Nacht überwacht.
Die vornehmen anti-französischen Conspiranten suchten nicht nurdie Unzufriedenheit in Deutschland zu nähren, sondern auch in ver-schiedenen Ländern Unruhen zu erregen, welche gleichzeitig mit demBeginne des von Östreich vorbereiteten neuen Krieges ausbrechensollten. Sie verbanden sich zu diesem Zwecke sogar mit Anhängerndes Jakobinismus in Deutschland, Italien und der Schweiz. IhreAbsicht, das Volk für die Rettung der Aristokratie in Aufstand zubringen, gelang ihnen am vollkommensten bei den Tyrvlern.König Mar von Baiern und sein Montgelas hatten in Tprol eine neueund bessere Ordnung der Dinge einführen wollen; die Bewohnerdieses Landes aber waren, wie die der Schweizer Urkantone, allemNeuen instmktmäßig abhold und dagegen den Pfaffen mit Herz undSeele ergeben. Sie schienen also auch vorzugsweise zu einer Erhe-bung geneigt zu sein, und Herr von Hormayr, ein geborenerTyroler, ward deshalb zu ihnen gesandt, um sie zum Ausstande zureizen. Auch in andere Länder schickte die Conspiration ihre Agenten.Zu diesen gehörte einer der heftigsten Feinde Napoleon's, der OberstCossard, welcher nach Spanien geschickt wurde. Auf den Wider-stand der Spanier gegen die ihnen aufgedrungene Fremdherrschaftsetzte man überhaupt die größten Hoffnungen, und nicht nur Metter-nich hatte in Paris, wo er östreichischer Gesandter war, geheimeConferenzen mit Abgeordneten der spanischen Insurgenten, sondernsogar das russische Kabinet unterhielt mit diesen einen Verkehr. Na-poleon ward von diesem ganzen Treiben durch seine zahlreichen