Frankreich Und Östreich. Krieg von 1809. 289
Coehorn, mit unerhört grausamer Aufopferung von Menschen dieTraun-Brücke bei Ebersberg erstürmt hatten.
Jetzt war der Weg nach Wien geöffnet, und schon am 13. Mairückten die Franzosen in diese Stadt ein, deren Commandant, derjunge Erzherzog Maximilian, nach kurzem Widerstände abzog,diesmal aber doch die Donau-Brücken hinter sich abbrannte. Am17. Mai ließ Erzherzog Karl durch Kolowrat den Versuch machen,über die von den Würtembergern vertheidigte Brücke von Linz aufdas linke Donau-Ufer vorzudringen und jo die Franzosen in ihremRücken zu bedrohen. Dieser Versuch mißglückte jedoch, weil Ko-lowrat sein Heer getheilt hatte und deshalb nicht schnell durchdrungenkonnte, so daß Bernadotte Zeit erhielt, die von ihm befehligtenSachsen herbeizuführen. Die Besetzung des ganzen rechten Donau-Ufers bis nach Wien nöthigte den Erzherzog Johann, welcherden Vice-König Eugen nach Verona zurückgetrieben hatte, sich zurück-zuziehen, um sein Heer über Ungarn hin mit der Haupt-Armee inVerbindung zu setzen. Er erlitt auf seinem Rückzüge bedeutendeVerluste. Zu gleicher Zeit war von Dalmatien her Marmont inKroatien eingerückt, um sich mit der italiänischen Armee zu ver-einigen.
Napoleon wußte, daß die Östreicher verzagen würden, sobald sieeine entscheidende Schlacht verlören. Er beschloß also, über dieDonau zu setzen und dem Erzherzog Karl, welcher in der Nähe derHauptstadt auf der weiten Ebene des linken Ufers stand, eine Schlachtanzubieten. Zu diesem Zwecke wurden im Angesichte des feindlichenHauptheeres drei Brücken geschlagen. Erzherzog Karl ließ diesruhig geschehen, und hinderte nachher die Franzosen ebenso wenigam Übergänge, weil auch er durch ein entscheidendes Treffen demKriege ein Ende zu machen wünschte. Er hatte nämlich alle An-stalten für eine auf dem linken Donau-Ufer zu liefernde Schlachtgetroffen, und hegte die Hoffnung, daß es ihm während derselbengelingen werde, die Brücken zu zerstören und dann die Franzosen indie Donau zu drängen. Von den drei Brücken wurde die eineetwas oberhalb Wien bei Nußdorf über das dort sehr schmale Fluß-bett erbaut, die zweite bei Spitz, die dritte unterhalb Wien beiEbersdorf. Die Letztere war die wichtigste. Sie führte über diezweitausend Ruthen breite und zweitausendvierhundert Ruthen langeSchlosser'« Weltgesch. f. d,d. V. xvill. 14