288 Geschichte der neueren Zeit.
ward die Armee des Vice-Königs Eugen aufgestellt. In Dalma-tien befehligte Marmont. Das Herzogthum Warschau sollteJoseph Poniatowskp mit dem schwachen polnischen Heere ver-theidigen; denn auf die Russen konnte man keine großen Hoffnungensetzen, auch erschienen sie mit ihrer vertragsmäßigen Hülfe spät undnicht gerade zahlreich.
Am 9. April rückte Erzherzog Karl vom Jnn her in Baiernein, indem er dem König Mar und dem Marschall Lefebvre,welcher dessen Heer befehligte, förmlich den Krieg ankündigte. Erwürde, da Berthier trotz der Gegenvorstellungen von Davoust undMassen« die Armeen dieser beiden Generale zu sehr zersplitterthatte, gleich anfangs bedeuteude Vortheile haben erringen können;allein er marschirte unbegreiflicher Weise so langsam, daß er insieben Tagen nur achtzehn Stunden Weges zurücklegte. Napoleonwar sehr unwillig über den von Berthier begangenen Fehler, undeilte aus Paris herbei, um denselben wieder gut zu machen. Am18. April in Jngolstadt angelangt, warf er sich mit den baierischenund würtembergischen Truppen auf den linken Flügel der Östreicher,welcher unter dem Erzherzog Ludwig und dem FeldmarschallHiller ebenso langsam, als der rechte Flügel unter dem ErzherzogKarl, über Landshut vorrückte. Am 19. ward bei Thann und beiPfaffenhofen blutig gestritten, und es gelang den Franzosen, diebeiden Flügel der Feinde von einander zu trennen. Am folgendenTage wurden Hiller und Erzherzog Ludwig von Napoleon undLannes bei Abensberg geschlagen und zum Rückzüge genöthigt.Unmittelbar darauf eilte Napoleon dem Marschall Davoust znHülfe, welcher mittlerweile den rechten Flügel der Östreicher fünfTage lang zwischen Regensburg und Eckmühl bekämpft hatte, undam 22. April wurde dann in dem Treffen bei Eckmühl auchdieser Theil des östreichischen Heeres besiegt. Schon am folgendenTage mußten die Östreicher nach blutigem Kampfe die Stadt Regens-burg räumen, und Erzherzog Karl sah sich genöthigt, mit dem Haupt-heere auf die linke Seite der Donau und von da nach Böhmen zumarschiren, um frische Kräfte an sich zu ziehen. Die Franzosen drangenauf der rechten Donau-Seite unaufhaltsam vor, und bald mußtenauch Hiller und der Erzherzog Ludwig auf das linke Ufer über-setzen, nachdem am 3. Mai Massen« und einer seiner Obersten,