Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Ostreiche Aufstand der Tyroler 1 809.

kam es sogar zu vereinzelten Aufständen, in Tyrol zu einer allge-meinen Empörung. Diese Erscheinungen waren ebenso, wie derCharakter, den der spanische Krieg gleich anfangs annahm, und wie dieÄußerungen der Unzufriedenheit in Frankreich, Zeichen einer allge-meinen Gährung, von welcher jedoch Napoleon selbst nichts wissenwollte, weil er durch den Götzendienst, den man mit ihm trieb, ganzverwöhnt worden war.

Bei den Tyrolern hatte sich, seitdem sie 1806 baierisch gewor-den, gerade das Gegentheil von dem gezeigt, was in neuester Zeitüberall sichtbar ist. Jetzt wollen die Regierungen stille stehen odergar rückwärts gehen, die Völker aber fortschreiten; in Tyrol dagegenwollte damals das Volk stehen bleiben, die Regierung aber fort-schreitend die Macht des Pfaffenthums brechen und an die Stelleder mittelalterlichen Einrichtungen neue Formen und Verhältnissesetzen. Daher galt es auch den Tyrolern, als sie sich von dengegen Napoleon verschworenen Herren zum Aufstande treibenließen, nur um die Erhaltung ihrer alten Vorurtheile, und ihre Be-geisterung für das östreichische Kaiserthum beruhte blos darauf, daßdieses jeden Fortschritt zum Besseren gehemmt hatte. Dagegen hatteaber der Tyroler Aufstand doch auch eine sehr rühmliche und fürjeden besseren Deutschen jener Zeit erfreuliche Seite. Der aus-dauernde und aufopfernde Heldenmuth des Tyroler Volkes erweckteum so größere Bewunderung, je schlaffer sich die übrigen Deutschenund die Jtaliäner damals zeigten. Außerdem freute sich jeder pa-triotisch Gesinnte der aus diesem Kampfe geschöpften Erkenntniß,daß in dem Nationalgeiste und in der Kraft des Volkes eine Machtliege, welche dem Helden des Jahrhunderts mit weit größerer Aus-sicht auf Erfolg entgegentrete, als die in alter Weise eingerichteten,von unfähigen Männern der vornehmen Welt geleiteten Heere.

Der Tyroler Aufstand wurde schon im Jahre 1808 durch Hor-mayr, einen geborenen Tyroler, und durch den östreichischen Ge-neral Marquis Chasteler, der für einen Tyroler gelten wollte,eingeleitet und organisirt. Unter den Tyrolern selbst traten alsLeiter des Aufstandes mehrere fanatische und beschränkte Männerauf. Die bemerkenswerthesten von diesen waren der Sandwirthvon Passeyr Andreas Hofer, der Kapuziner Haspinger,mehrere andere Leute aus dem Volke, wie Speübacher, Schenk

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