212 Geschichte der neueren Zeit.
und Mayer, und endlich der Advokat Schneider und der WirthRiedmüller, welche die Vor-Arlberger zum Aufstande brachten.Im Februar 1809 kamen Hofer und Andere nach Wien, um sichüber die Ausführung des im Januar entworfenen Planes zu ver-ständigen. Im März reiste auf Chasteler's Befehl der TyrolerLandwehr-Major Teimer durch ganz Tprol, und traf die Anstaltenzum verabredeten Aufstande. Am 9. April rückte endlich Chastelermit einer Heerabtheilung in Tyrol ein, und nun erhoben sich inverschiedenen Thälern die Einwohner. Der baierische GeneralKinkel, welcher in Innsbruck lag, erließ in der Meinung, durchStrenge schrecken zu können, den Befehl, jeden, den man in Waffenantreffe, zu erschießen. Er gab aber damit nur das Signal zu demgleichen Verfahren auf Seiten der Empörten.
Das Glück begünstigte anfangs die Insurgenten, unter derenFührern Andreas Hofer das größte Ansehen hatte. Es gelangihnen, schon am 14. April Innsbruck zu besetzen und, nachdem siebei dieser Gelegenheit sechstausend Gefangene gemacht hatten, dieBaiern aus Tyrol zu treiben. Nur Kuffstein, welches jedoch einge-schlossen wurde, blieb in der Gewalt des Feindes: die Tyrolerschickten hierauf drei Deputirte an Kaiser Franz, und dieser ließihnen feierlich erklären, daß er durchaus auf keinen Frieden eingehenwerde, der nicht Tyrol und Vor-Arlberg wieder an seine Monarchieknüpfe. Die Insurgenten hatten unterdessen sowohl in Tyrol alsauch in Vor-Arlberg mit Glück gegen die wieder eingedrungenenBaiern und Franzosen gefochten. Wenn diese auch einmal einenSieg errungen hatten, so war derselbe doch stets mit vielem Bluteerkauft worden. Außerdem erlitten die Baiern, so oft sie durch einThal zogen, schwere Verluste durch herabgerollte Steine oder durchdie Kugeln der im Hinterhalte lauernden Schützen, wofür sie selbstdann an den kämpfenden Landleuten, an den Wohnungen derselbenund sogar an ihren Weibern und Kindern eine furchtbare Racheübten. Im Mai waren die Baiern unter Wrede endlich wiedersiegend vorgedrungen, und am 19. dieses Monats hatten sie Inns-bruck aufs neue besetzt. Gleich darauf war Chasteler aus Tyrolabgezogen, weil er durch eine von Napoleon ausgegangene Drohungin Schrecken gesetzt worden war. Napoleon hielt nämlich in seinerErbitterung über die hartnäckigen Volkskämpfe den Marquis Cha-