Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
Seite
218
JPEG-Download
 

218 Geschichte der neueren Zeit.

Holländern überwältigt. Schilt selbst verlor im Kampfe das Leben.Diejenigen seiner Gefährten, welche nicht entweder auf preußischesGebiet entrannen oder gleich ihm den Heldentod starben, hatten einschreckliches Loos zu erleiden. Sie wurden von den Franzosen fürRaubmörder (briZsnä8) erklärt, die Officiere erschossen, die Gemei-nen nach Frankreich auf die Galeeren gebracht. Diese Grausamkeitwirkte jedoch mehr, als irgend etwas Anderes, auf die Erweckungdes den Deutschen fast ganz fehlenden Rachegefühles, welches vierJahre später die deutsche Jugend gegen die Franzosen in die Waffenbrachte.

Schill's und Dörenberg's Unternehmungen würden vielleicht dochim Rücken des französischen Heeres einen für dasselbe bedenklichenAufstand zur Folge gehabt haben, wenn sie genau zu derselben Zeitbegonnen worden wären, zu welcher der Herzog von Braunschweig,unterstützt von einem östreichischen Corps, seine Freischaar aus Böh-men nach Sachsen führte. Herzog Wilhelm von Braunschweig-Öls, der Sohn des bei Jena tödtlich verwundeten Herzogs Ferdi-nand, hatte in Böhmen etwa tausend junge Leute gesammelt, mitdenen er einen Ausstand im Königreich Sachsen hervorzurufen unddann nach Braunschweig und Hannover auszubreiten gedachte.Diese Freischaar, zu deren Führern auch Katt, Dörenberg undandere tüchtige Officiere gehörten, bestand nicht blos aus patriotischschwärmenden jungen Männern, sondern auch aus solchen Leuten,denen jede andere Triebfeder als die eines tapferen Soldaten fremdwar. Sie kündigte sich durch ihre Kleidung selbst als ein Rache-Corps an. Jeder Soldat hatte nämlich eine schwarze Uniform,und am Tschako war ein weißer Todtenkopf mit zwei kreuzweis ge-legten Todtengebeinen zu sehen. Man nannte deshalb diese Schaardie schwarze Legion.

Am 21. Mai brach Wilhelm in das Königreich Sachsen ein,und besetzte die Stadt Zittau. Er erhob dort sogleich Contributionen,was dann freilich das sächsische Volk nicht für ihn und sein Unter-nehmen begeistern konnte. Da die sächsische Armee auf dem Kriegs-schauplatze an der Donau war, so mußte man zum Schutze desLandes schnell einige Truppen sammeln. Dies geschah durch denvon der Schlacht bei Jena her bekannten Oberst Thielemann (s.S. 121), welcher schon längst durch Spione von den Planen des