Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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England. Das Tory-Msnister!um von 1807.

keit ebenso der englischen Aristokratie, wie der Napoleonischen Auto-kratie eigen waren, und daß diese drei Eigenschaften im Leben stetsden Sieg erhalten, während Sittlichkeit und Seelenadel in praktischerHinsicht oft hemmend wirken.

. In Bezug auf Sittlichkeit bieten die Hauptpersonen der dama-ligen englischen Regierung, so kirchlich und rechtgläubig sie auchwaren, ein sehr trauriges Bild dar. Die innere Geschichte Eng-land's ist gerade zur Napoleonischen Zeit sehr reich an Skandalender ärgsten Art. Wir können jedoch der Darstellung dieser Skandaleaus mehreren Gründen hier keinen Raum gewähren, und gebenblos des Beispieles wegen einige kurze Andeutungen. Lord Mel-ville, welcher an der Spitze der ostindischen Angelegenheiten stand,hatte sich als Minister erwiesene Betrügereien zu Schulden kommenlassen, wurde aber von seinen Standesgenossen im Oberhause frei-gesprochen. Der Herzog von Jork, Königs Georg III. Sohn,fröhnte allen Arten von Ausschweifungen, stürzte sich durch leiden-schaftliches Spiel und unerhörte Verschwendungen in eine untilg-bare Schuldenlast, und machte als Oberbefehlshaber Alles von denEmpfehlungen seiner Mätresse Mariane Clarke abhängig. Er wurdedafür 1809 im Parlament angeklagt, und es kamen bei Gelegenheitseines Processes die schamlosesten Dinge öffentlich zur Sprache. Ersah sich in Folge dieser Untersuchung genöthigt, seine Stelle alsOberbefehlshaber niederzulegen; bald nachher war aber Alles wiedervergessen, er übernahm seine Stelle aufs neue, und fuhr fort zuschwelgen und Schulden zu machen. Auch dem Kriegs-MinisterCastlereagh wurden 1809 im Parlament die gröbsten Fehler imspanischen Kriege, sowie noch andere arge Vergehungen vorgeworfen,welche sein eigener College Canning für bedeutend und für be-gründet erklärte. Nichtsdestoweniger ließ das Parlament auf Can-ning's eigenen Antrag diese Vorwürfe ununtersucht.

Vor dem Beginne des östreichischen Krieges hatte das englischeMinisterium versprochen, mit einer Kriegsmacht in Belgien, Hollandund Nieder-Deutschland zu erscheinen, um eine Diversion zu Gunstender Östreicher zu machen; und Erzherzog Karl hatte deshalb an-fangs den Krieg nicht in Baiern, sondern in Franken eröffnenwollen (s. S. 206), zu seinem Glücke aber diesen Plan wiederaufgegeben, weil die Engländer Wort zu halten säumten. Dagegen