Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

Zu den Männern, welche mit Fouchs und Talleprand einenKreis von Unzufriedenen bildeten, gehörte auch Bernadotte.Dieser hatte von jeher mit Napoleon in einem gespannten Ver-hältnisse gelebt, obgleich er als der Gatte einer Schwester von Jo-seph Bonaparte's Gemahlin der kaiserlichen Familie sehr nahe stand;die Entfremdung Beider war aber in der letzten Zeit durch verschie-dene Vorfälle noch vergrößert worden. In der Schlacht bei Auer-städt hatte Bernadotte zu spät die Ordre empfangen, sein Corpsmit dem des Fürsten von Eckmühl zu vereinigen, und mußte dafürvon diesem dienstwilligen Werkzeuge des Napvleonischen Bedrückungs-Systcms den Vorwurf hinnehmen, daß er ihn absichtlich nicht habeunterstützen wollen. In der Schlacht bei Wagram hatte das vonBernadotte befehligte sächsische Heer trotz der Vorstellungen, welchedieser dagegen machte, fortdauernd das stärkste Feuer des Feindesaushalten müssen. Bernadotte hatte hierin eine vorsätzliche Krän-kung gefunden, und es war darüber zwischen ihm und dem Kaiserzu einem hitzigen Wortwechsel gekommen. Außerdem hatte Berna-dotte zum Ärger Napoleon's in einem Tagesbefehle sich und denSachsen das Hauptverdienst des Sieges zugeschrieben. Er wardafür in einem Tagsbefehle Napoleon's auf kränkende Weise zu-rechtgewiesen worden, während dieser den General Macdonald,einen Feind Bernadotte's, auf dem Schlachtfelde umarmt und ihn,sowie Oudinot und Marmont zum Marschall ernannt hatte. Ber-nadotte hatte hieraus beleidigt das Heer verlassen und sich nach Parisbegeben. Hier schloß er sich an Fouche an, welcher damals nebendem Polizei-Ministerium auch die Geschäfte des erkrankten Ministersdes Inneren verwaltete. Bei Gelegenheit der englischen Landungauf Walcheren bot Fouche die Nationalgarden von ganz Frankreichzur Vertheidigung auf, und gebrauchte in dem deshalb erlassenenAusschreiben einige vielleicht absichtlich gewählte Ausdrücke, die manso verstehen konnte, als wenn die Nation sich nöthigenfalls auchohne den Kaiser helfen könne. Napoleon war darüber erbittert,und sah überhaupt mit großem Mistrauen die Fürsorge an, welchegerade Männer, die ihm stets verdächtig waren, zum Schutze Frank-reich's und zur Rettung Antwerpen's trafen, ohne vorher seine Be-fehle abgewartet zu haben. Bernadotte erhielt im August zwar mitNapoleon's Zustimmung das Commando der gegen die Engländer