Östreich und Frankreich. Der Schönbrunner Frieden. 231
abgeschickten Truppen; der Kaiser umgab ihn aber mit Unterbefehls-habern, welche jeden seiner Schritte beobachten und nöthigenfallshindern sollten. Beide geriethen bei dieser Gelegenheit noch mehrin Zwietracht. Bernadotte weigerte sich nämlich, in seinen öffent-lichen Angaben Übertreibungen, welche Napoleon verlangte, zumachen, und erregte überdies noch dadurch Argwohn, daß er Unzu-friedene um sich sammelte und mit verdächtigen Leuten in Pariscorrespondirte. Er ward schon am 24. September wieder vomCommando abgerufen und durch Bessiöres ersetzt. In Paris,wohin er sich wieder begeben hatte, durfte er wegen seines Verhält-nisses zu Fouchö und zu anderen vornehmen Demokraten nichtbleiben. Doch hielt Napoleon für rathsam, nicht mit ihm zu brechen.Außer ihm wurden noch sieben andere Generale aus Paris entfernt.Gegen Fouchö wagte Napoleon erst im Sommer des nächsten Jah-res einen Schritt zu thun.
15. Der Frieden von Schönbrunn und das Ende desTyroler Krieges.
Die nach dem Waffenstillstände von Znaym eröffneten Friedens-verhandlungen zogen sich lange hinaus, und geriethen zweimal sogarganz ins Stocken. An dieser Verzögerung war allerdings anfangsdie englische Expedition nach Walcheren Schuld; die Geschichte derdamaligen Unterhandlungen ist aber an und für sich noch immersehr dunkel. Jedenfalls wurden in Östreich während derselben neueRüstungen gemacht, und das dortige Kabinet wußte ebensowohl alsdas englische, daß die innere Lage Frankrcich's eine längere Abwe-senheit Napoleon'S von Paris nicht gestatte.
Die officiellen Friedensverhandlungen fanden in dem ungarischenStädtchen Altenburg zwischen Metternich und ChampagnyStatt; zu gleicher Zeit unterhandelten aber auch die beiden Kaiserselbst insgeheim durch Vertraute. Als endlich Napoleon sah, daßdie östreichische Armee sich täglich verstärke, daß der Tproler Auf-stand immer bedenklicher werde, daß die Unzufriedenheit in den vonFranzosen besetzten Provinzen auf eine bedenkliche Weise zunehme,half er sich durch das schon öfters gebrauchte Mittel der Einschüch-terung. Er drohte mit einer Auflösung der östreichischen Monarchie,und nahm die Miene an, als wenn er des Kaisers jüngeren Bruder,