Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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231 Geschichte der neueren Zeit.

halb vierundzwanzig Stunden die Waffen niedergelegt hatte, wurdeals Straßenräuber behandelt, jedes Dorf, in welchem ein Franzosegekränkt worden war, eingeäschert. Die Tyroler im Puffer- undPafseyr-Thal setzten dessenungeachtet den Kampf mit solchem Nach-drucke fort, daß sie am 22. November zwei französische Bataillonegefangen nahmen. Sie erlagen aber freilich zuletzt der Übermachtihrer Feinde, und in der Mitte des December hörte überall derKampf auf.

Die Führer der Tyroler entzogen sich durch die Flucht der grau-samen Rache der Franzosen. Nur Hofer gerieth in die Händederselben. Er hatte sich in eine fast unzugängliche Hütte des Passeyr-Gebirges gerettet, und würde dort gegen die Franzosen gewiß ge-schützt geblieben sein, wenn nicht einer seiner vertrautesten Anhänger,der Priester Donay, seine Zufluchtsstätte für dreihundert Dukatenverrathen hätte. Er wurde am 27. Januar 1810 von den Fran-zosen verhaftet, nach Mantua gebracht und dort auf unmittelbarenBefehl Napoleon's erschossen. Diese unedle und ganz unnöthigeRache erbitterte jedermann um so mehr, da Hofer nie grausam oderungerecht gewesen war, und sein Freund Haspinger die zwei obenerwähnten gefangenen Bataillons gegen die Wuth seiner Landsleutein Schutz genommen hatte. Selbst diejenigen Deutschen, welche denFanatismus der Tyroler für mittelalterlichen Cultus unbegreiflichfanden, betrachteten Hofer's Hinrichtung als eine Demonstrationgegen jeden, der sich mit Muth und Ausdauer der aufgedrungenenFremdherrschaft widersetzen werde. In dem französisch gewordenenTheile von Tyrol wurden die grausamen Verfolgungen selbst dannnoch fortgesetzt, als Alles sich unterworfen hatte. Dagegen verfuhrder König von Barern in seinem Theile milder. Er ließ zwar diemilitärische Besetzung des Landes noch fast ein ganzes Jahr fort-dauern; die Verfolgungen hörten aber auf, und man suchte aufsneue die Verfassung und Verwaltung in einen besseren "Zustand zubringen.