Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Ostreich. Aufstand der Tyroler 1809.

das polnische Heer auf sechszigtausend Mann gebracht werden.Würtemberg erhielt Mergentheim, welches dem Erzherzog Antongehört hatte, und mußte dafür Nellenburg an Baden abtreten.Aus einem Theile von Süd-Tyrol und aus Kärnthen, Kram,Trieft, Jstrien, einem Stücke Kroatien's und anderen östlich undsüdöstlich von Tyrol gelegenen Ländern bildete Napoleon unter demNamen „illyrische Provinzen" ein besonderes französischesGouvernement. Übrigens wurden auch diesmal in den Ländern,welche Napoleon seinen Vasallen gab, die einträglichsten Domänenund Güter ihm selbst und seinen Beamten, Offneren und Soldatenzur Nutznießung vorbehalten.

Den Tyrol ern hatte Baiern nach dem Waffenstillstände vonZnaym zu wiederholten Malen eine Amnestie angeboten; die fana-tischen Landleute hatten aber Alles zurückgewiesen. Sie waren sogarüber die östreichischen Agenten, welche zum Frieden ermähnten, her-gefallen, und selbst Hormayr entrann nur unter großen Gefahrenihrem Zorne. Sogar nach dem Abschlüsse des Schönbrunner Frie-dens nahmen sie die ihnen verkündigte Amnestie nicht an, obgleichsie damals von Norden, Süden und Osten her mit so überlegenenKräften angegriffen wurden, daß jeder Widerstand nutzlos war. Andieser Hartnäckigkeit waren besonders zwei Umstände Schuld. Erstenskonnten sie den Gedanken einer Zerreißung ihres Landes nicht er-tragen, und zweitens wurden sie damals immer noch durch die un-zufriedene Kriegs-Partei am östreichischen Hofe aufgehetzt. Erst alsdrei Divisionen Baiern unter Drouet's Oberbefehl eingedrungenwaren und das Unter-Innthal besetzt hatten, erkannte Hoher dasThörichte einer Fortsetzung des Kampfes, und legte im Anfange desNovember die Waffen nieder, indem er zugleich seine Landsleuteaufforderte, sich in ihr Schicksal zu ergeben und die angebotene Ver-zeihung anzunehmen. Schon acht Tage nachher ließ er sich jedochbewegen, die Waffen wieder zu ergreifen und seine Landsleute aufsneue zum Kampfe für Religion und Vaterland aufzufordern. Erwurde dafür von der Amnestie ausgeschlossen und geächtet. DieFranzosen, welche durch das Puster-Thal in Tyrol eindrangen, ver-fuhren damals mit furchtbarer Wuth gegen die Einwohner, undeiner ihrer Führer, Baraguay d'Hilliers, hauste in Tyrolebenso, wie einst Alba in den Niederlanden. Jeder, der nicht inner-