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Geschichte der neueren Zeit.
nischen Truppen bei den schwedischen Aristokraten sehr beliebt ge-macht. Diese arbeiteten daher mit solchem Eifer für ihn, daß eram 25. August 1810 von den Standen zum Thronfolger erwähltwurde, nachdem er auf Betreiben derselben Männer sich bereit er-klärt hatte, das französische Bürgerrecht aufzugeben und zur lutheri-schen Kirche überzutreten. Napoleon, von dessen Einwilligung Ber-nadotte die Annahme der Wahl abhängig gemacht hatte, gewährteihm dieselbe, obgleich er die Erhöhung eines ihm verdächtigenMannes nicht gerade gern sah. Er entband ihn sogar der geleiste-ten Eide, gab ihm eine glänzende Begleitung, ließ ihm den Betragseiner Dotationen und außerdem noch zwei Millionen auszahlen,und erlaubte ihm, seine gekauften Güter in Frankreich zu behalten.Im Oktober 1810 kam Vernadotte in Schweden an. Er wurdesogleich vom König Karl an Kindes Statt angenommen, zum Ge-neralissimus ernannt und in alle Geschäfte eingeweiht. Auch nahmer vom ersten Augenblicke an unmittelbaren Antheil an dem diplo-matischen Streite, in welchen Schweden mit Frankreich verwickelt war.
Napoleon hatte der schwedischen Regierung schon längst bittereVorwürfe über die Lauigkeit gemacht, mit welcher diese das Conti-nental-System handhabte. Er hielt sich sogar überzeugt, daß zwischenEngland und Schweden ein geheimes Einverständniß bestehe, undsprach seinen Unwillen darüber dem schwedischen Gesandten in Paris(Lagerbielke) auf jene barsche und grobe Weise aus, mit der erschon mehr als einmal die Vertreter fremder Regierungen behandelthatte. Er bestand unbedingt auf der Ausführung seiner gegen denenglischen Handel gerichteten Gebote, verlangte von den Schweden 'sogar eine Kriegserklärung gegen England, und ließ durch seinenGesandten in Stockholm, Alquier, dessen heftige, barsche Art auchschon der Pabst hatte empfinden müssen (s. S. 169), die schwedischeRegierung ohne Unterlaß drängen und quälen. Vergebens stelltediese dem Kaiser vor, daß die Reichsgrundgesetze ein gewaltsamesVerfahren gegen das Leben und Eigenthum der Einwohner nichtgestatteten, daß das Land durch die völlige Einstellung des englischenHandels in die größte Noth gerathen werde, und daß schlechterdingsalle Mittel zur Führung eines Krieges fehlten. Napoleon nahmauf keine Vorstellung Rücksicht, und verlangte sogar, daß man fran-zösische Zollbeamte in Schweden zulasse, mehrere tausend Soldaten