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Schweden und Frankreich von 1809 bis 1818.
lassen. Da dieses System gerade für ein so armes Land, alsSchweden ist, sehr verderblich ward, so konnte es dort unmöglich inseiner ganzen Strenge durchgeführt werden; daraus entspannen sichaber vom ersten Augenblicke an diplomatische Streitigkeiten mitFrankreich, welche nachher unaufhörlich fortdauerten.
Der erwählte Thronerbe kam im Januar 1810 nach Schweden.Er wurde vom Bürger- und Bauernstande wahrhaft vergöttert; diebeiden anderen Stände dagegen waren Feinde des entthronten hol-stein-gottorpischen Hauses, und unter ihnen hatte deshalb auch derholsteinische Prinz viele erbitterte Gegner. Schon am 23. Mai1810 starb Christian August, und zwar auf eine so auffallend plötz-liche Weise, daß man allgemein an eine Vergiftung glaubte. Jeden-falls schwebt über der Art seines Todes ein Dunkel. Der Kron-prinz war, als er zu einer Revue reiste, unterwegs nach dem Ge-nusse einer Pastete unpäßlich geworden; er fühlte sich zwar baldwieder so weit wohl, daß er die Reise fortsetzen konnte, stürzte aberbei. der Revue selbst plötzlich vom Pferde und war augenblicklichtodt. Die ärztlichen Untersuchungen seiner Leiche widersprachen sich;der königliche Leibarzt aber, welchen Karl XIII. gleich nach der Er-krankung des Prinzen zu ihm geschickt hatte, wurde abgesetzt und ausdem Reiche gewiesen. Das Volk schrieb den Tod des Prinzen demaus Ludwig's XVI. Geschichte bekannten Grafen Fersen (s. Th.XVII., S. 206) zu, der übrigens höchstens nur als mittelbar schul-dig angesehen werden könnte. Außerdem hielt man sogar die Köni-gin für mitwiffend. Das Volk ließ bei der Beerdigung des Prinzenan dem Grafen Fersen und an dessen Schwester, der Gräfin Piper,welche ebenfalls für schuldig gehalten wurde, seine Wuth aus.Fersen wurde von dem erbitterten Pöbel aus eine entsetzliche Weisegemordet und der Palast seiner Schwester gestürmt.
Nach Christian August's Tode schritt man alsbald zu einer neuenWahl. Bei dieser war die Stimmung des Adels von Anfang anganz entschieden für Bernadotte, dessen Namen auch schon beider ersten Wahl genannt worden war. Bernadotte hatte sich vonHannover aus, wo er 1805 die französischen Besatzungstruppencommandirte, und noch mehr 1806, als er in Holstein ein schwedi-sches Corps gefangen nahm fs. S. 142), sowie in den beiden fol-genden Jahren als Befehlshaber der in Dänemark stehenden spa-