Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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F rankrei ch uvd Rußland. Krieg im Sommer 1818. 288

Russen bereits den Weg verlegt, als Hieronymus sich auf seinemMarsche ohne Noth mehrere Tage lang aufhielt, und dadurch denRussen die Möglichkeit verschaffte, über die Beresina und den Dnieprzu entkommen, worauf sie sich am 3. August wieder an ihr Haupt-heer anschlössen. Wegen dieses groben Fehlers ordnete Napoleonseinen Bruder für die Zukunft den Befehlen Davoust's unter; Hie-ronymus fühlte sich aber dadurch so sehr beleidigt, daß er sogleich dasHeer verließ und nach Kassel zurückkehrte. Napoleon hatte übrigensdamals als Feldherr seinen Zweck völlig erreicht. Er hatte die zuweit ausgedehnte Linie des russischen Heeres, die sich von der Ostseebis nach Volhynien erstreckte, in der Mitte durchbrochen, so daßBarclay, um sich mit Bagration vereinigen zu können, den Rückzugnach dem Dniepr hatte antreten müssen. Kaiser Alexander warunterdessen nach Petersburg und Moskau geeilt, und erließ vonbeiden Städten aus Proclamationen, in welchen sein Volk aufgefor-dert wurde, alle Kräfte anzuspannen und Alles aufzuopfern, um denFeind zu vernichten.

Gerade als Napoleon Wilna verlassen hatte, wurde in seinemRücken das Herzogthum Warschau durch ein russisches Heer bedroht,welches unter Markow und Tormasow gegen dasselbe heranzog.Napoleon mußte deshalb die Ostreichen aus Volhynien nach Polen hinzurückbeordern und ihnen die von Reynier befehligten Sachsen zurVerstärkung zusenden. Es gelang dem russischen General Tormasow,am 27. Juli bei Kobrin ein sächsisches Corps zu überfallen undgefangen zu nehmen. Am 11. August wurde er zwar durch eineNiederlage, die ihm Schwarzenberg bei Gorodeszno beibrachte,zum Rückzüge genöthigt; der östreichische Befehlshaber hütete sichaber, die besiegten Feinde ernstlich zu verfolgen, und Tormasowkonnte daher ruhig hinter dem Flusse Styr stehen bleiben, bis derSultan den Frieden von Bukarest bestätigt hatte, und in Folge da-von Tschitschakow's Donau-Armee sich mit ihm vereinigte. Diesgeschah am 18. September, und nöthigte die Östreicher und Sachsen,sich an den Bug zurückzuziehen. Unterdessen hatten auch auf demrechten Flügel der großen Armee die Unternehmungen der Franzosenkeinen rechten Fortgang gehabt. Dieser Flügel, dessen BefehlshaberMacdonald war, bestand aus den gegen die untere Düna hinziehenden Preußen unter den Generalen Jork, Grawert und