Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
Seite
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Frankreich. Der Rückzug aus Rußland.

Napoleon's Armee war beim Auszuge aus Moskau stärker, alssie beim Einrücken gewesen war, weil während ihres dortigen Aufent-haltes viele Leute, welche nicht hatten folgen können oder wollen,eingetroffen waren. Ihr Rückzug wurde durch den Umstand sehrerschwert, daß Napoleon gar keine leichten Reiter hatte, und alsoselten von den Bewegungen der Russen gut unterrichtet war. Außer-dem fielen nicht nur die Artillerie-Pferde täglich zu Hunderten, son-dern die Bewegung des Heeres ward auch jeden Augenblick durchlange Züge von Kutschen und von Wagen mit Gepäck und geplünder-tem Gute gehemmt. Dies machte besonders die engen Stellen desWeges für die Franzosen gefährlich. Auf dem Rückzüge bewiesNapoleon gleich anfangs seine große strategische Überlegenheit da-durch, daß er unter dem Scheine, als wenn er sich gegen Kalugaund Tula wenden wolle, Kutusow's Stellung zu umgehen wußte.Er zog vom gebahnten Wege ab quer durchs Land über Malo-Jaros-lawetz und Wereja nach Borodino, wo er seine alte Straße wiedererreichte, was ihm freilich mehrere Tage kostete. Am 24. Oktoberkam es bei Malo-Jaro.slawetz zu einem Treffen, in welchemder Vice-König Eugen eine, Zeitlang allein den Angriffen desFeindes Stand zu halten hatte. Die Russen verloren achttausend, dieFranzosen sechstausend Mann, und die Ersteren zogen sich am fol-genden Tage zurück. Da Kutusow auf einem Umwege nach Miasmaziehen mußte, so kam Napoleon früher dahin, als er, und blieb biszum 31. Oktober, wo er in Miasma eintraf, dem Angriffe desFeindes entzogen. Dagegen hatten die Franzosen schon auf diesemWege, obgleich die am 27. Oktober beginnende Kälte noch erträglichwar, unsäglich zu leiden. Jammervoll war besonders die Lage dermitgeschleppten Verwundeten; diese hatten nicht nur keine genügendeNahrung und keme Winterkleider, sondern sie mußten auch dieNächte ohne Obdach auf freiem Felde zubringen, und wurdennoch dazu von denen verlassen, welche mit ihrer Pflege beauf-tragt waren.

Am 2. November setzten die Franzosen ihren Rückzug weiter fort.Von diesem Tage an blieb ihnen das russische Heer stets zur Seite.Rechts zog der Feldmarschall Kutusow selbst, links marschirte derGeneralmajor gleiches Namens, von hinten her wurden die Fran-zosen durch Miloradowitsch heftig bedrängt. Napoleon hatte