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Geschichte der neueren Zeit.
den Zug so geordnet, daß das Heer drei Corps bildete, welche einenhalben Tagemarsch von einander entfernt blieben, und von Ney,Eugen und Davoust angeführt wurden. Er selbst ging mit denGarden voraus. Davoust, welcher das letzte jener drei Corps com-mandirte, hatte den sehr zahlreichen Troß zu decken und vor sich her-zutreiben; es schien jedoch dem Kaiser bald, als wenn er dies nichtrasch genug thue, und bei Miasma wurde deshalb Ney an seineStelle gesetzt. Auf dem Marsche von Miasma bis nach Smolensk,wo Napoleon am 9. November eintraf, hatte die Kälte, welche schonam 7. bis auf siebcnzehn Grad gestiegen war, die Wege holperig undglatt gemacht, so daß die nicht geschärften Pferde zu Tausendenstürzten. Dazu kam noch ein drückender Mangel an Lebensrnitteln,welcher die Ordnung auflöste und die Zahl der Marodeurs undNachzügler unglaublich vermehrte. Pferdefleisch) war schon damalsfür die Mehrzahl der Soldaten die einzige Nahrung. Für die Gardewar besser gesorgt, weil auf ihr allein die Hoffnung beruhte, we-nigstens etwas zu retten, und weil Napoleon in ihr die einzigeWurzel einer neuen Arme ^erblickte. Sie hielt nicht blos bis Smo-lensk fest zusammen, sondern sie leistete auch nachher noch die wesent-lichsten Dienste. Schon am 4. November mußte man aus Mangelan Zugthieren die Moskauer Beute nebst vielen Wagen, Gepäckenund Geschützen in einen See werfen und unzählige Munitions-Karren in die Luft sprengen. Am 9. November konnte Eugen'sCorps nur dadurch gerettet werden, daß die Soldaten durch einenangeschwollenen Strom gingen, dessen Wasser ihnen bis an dieSchultern reichte. Viele ertränken dabei, der ganze Troß abermußte zurückbleiben, und ward nebst dem Gepäcke und mehr alsachtzig Kanonen eine Beute der Kosacken. Vom ganzen Corps Eugen'swaren damals nur noch höchstens sechstausend Mann unter denWaffen.
In Smolensk, wo bis zum 13. November die ganze Armee sichwieder vereinigte, war die erwartete Ruhe und besonders die gehoffteNahrung nicht zu finden. Der Kaiser hatte freilich lange vorher An-ordnungen für den Unterhalt des Heeres getroffen; allein die Leute,welche mit der Ausführung beauftragt waren, hatten aus HabgierAlles vernachlässigt, so daß auf dem ganzen Wege von Moskau bisan die polnische Grenze mehr Menschen und Pferde durch-den