Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Deutschland. Der Krieg von 1813.

bildeten, aufgehoben worden. Um den damit beabsichtigten Zweckdesto sicherer zu erreichen, ernannte Napoleon nicht nur den fürchter-lichsten unter denjenigen seiner Generale, welche dem alten Adelangehörten und die Bildung der alten Zeit besaßen, den Fürstenvon Eckmühl (Davoust), zum Oberbefehlshaber und Dictatorin jener Militär-Division, sondern er sandte ihm auch den gemein-sten und brutalsten aller seiner Generale, den aus der rohesten Volks-klasse hervorgegangenen Vandamme, voraus. Ja, er selbst gab so-gar bis ins Einzelnste die schrecklichen Maßregeln an, welche Da-voust gegen die Bürger von Hamburg ergreifen sollte. Wie pünkt-lich dieser die Vorschriften des Kaisers befolgte, werden wir weiterunten sehen.

6. Der Krieg im Mai 1813 und die Zeit des Waffen-stillstandes.

Napoleon wies, als er von Mainz nach Erfurt reiste, seinenverschiedenen Armee-Corps die Gegend von Leipzig zum Vereinigungs-punkte an. Dorthin hatte auch Wittgenstein, welcher seit demkurz vorher erfolgten Tode Kutusow's nicht mehr von den Launeneines alten kranken Mannes abhing, und jetzt den Oberbefehl überdas verbündete Heer führte, einen Theil seiner Streitkräfte gerichtet.Schon im Anfange des Mai kam es in der Nähe von Leipzig zueiner Schlacht, weil Wittgenstein, anstatt vor der an Zahl überlege-nen Streitmacht Napoleon's zurückzuweichen und die heranrückendenVerstärkungen an sich zu ziehen, rasch eine Entscheidung herbeizu-führen suchte. Diese Schlacht, welche am 2. Mai 1813 Statt fand,wird von den Franzosen nach dem Städtchen Lützen, von denAlliirten aber mit mehr Recht nach dem Dorfe Groß-Görschenbenannt. Napoleon wurde in derselben von einer Seite her ange-griffen, auf welcher er es nicht erwartet hatte; er mußte daher imAngesichts des Feindes seine ganze Stellung ändern, bewies abergerade bei dieser Gelegenheit sein großes militärisches Genie aufsglänzendste. Er würde dessenungeachtet in Verlegenheit gerathensein, wenn nicht Blücher in Folge der unbegreiflichen Nachlässigkeit,mit welcher Wittgenstein's Ordre an ihn gesandt worden war, umviele Stunden zu spät auf dem Schlachtfelde erschienen wäre. Der