Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
Seite
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Geschichte best neueren Zeit.

In Betreff der Fortsetzung des Krieges hatten die Diplomaten,welche schon längst vor ihren eigenen patriotischen Manifesten er-schrocken waren, widerstreitende Ansichten. Der korsische Freund desKaisers von Rußland, Pozzo di Borgo, und die beiden Bevoll-mächtigten der englischen Tones bei den Alliirten, Aberdeen undCastlereagh, dachten schon damals an eine Wiederherstellung deralten französischen Dynastie und Aristokratie. Metternich dagegenhielt für gut, noch eine Zeitlang die Miene anzunehmen, als wennder Schwiegersohn seines Kaisers auf dem französischen Throne er-halten werden solle. Die beiden früheren Hauptwerkzeuge Napoleon's,welche damals ganz unmerklich seine Herrschaft untergruben, Foucheund Talleyrand, arbeiteten der eine für eine Regentschaft derKaiserin Marie Louise, der andere für die Wiedereinsetzung derBourbons. Auf Östreich's Betreiben wurden, gleich nach der An-kunft der alliirten Monarchen in Frankfurt, Unterhandlungen mitNapoleon angeknüpft. Man schickte am 11. November den bisherigenfranzösischen Gesandten in Weimar, den Baron St. Aignan,nach Paris, um dem französischen Kaiser die Antwort auf das am16. Oktober durch Meerfeld gemachte Anerbieten (s. S. 351) zuüberbringen. Dieser Antwort waren die auch von Neffelrode undAberdeen gebilligten Punkte beigefügt, welche die Grundlage einerUnterhandlung sein sollten. Sie war mit großer Schlauheit aufeine Täuschung Napoleon's berechnet, und enthielt überdies dieErklärung, daß während der Friedensunterhandlungen der Kriegfortdauern solle. Nichtsdestoweniger würden die Alliirten, wennNapoleon nach Caulaincourt's Rath auf jene Punkte, die ihmnamentlich die Rhein-Grenze gewährten, sogleich eingegangen wäre,ihr Wort nicht haben zurücknehmen können. Der Kaiser ließ sichaber von dem Herzoge von Bassano, der sein blinder Verehrerwar, verleiten, am 26. November eine unbestimmt lautende Ant-wort zu ertheilen. Er entschloß sich zwar gleich darauf, dem RatheCaulaincourt's zu folgen, den er damals an Baffano's Stelle zumMinister des Auswärtigen machte; als aber seine unbedingte Zu-stimmung zu jenen Friedensbedingungen am 2. December denAlliirten in Frankfurt kund gethan wurde, hatten diese bereits am Tagevorher die Fortsetzung des Krieges beschlossen. Das Manifest, welchesdie Alliirten an diesem Tage von Frankfurt aus erließen, deutet