Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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DieSchweiz am Ende des Jahres 18si3.

auf die Kabale, welche Talleyrand bereits in «Paris zum SturzeNapoleon's angesponnen hatte. In demselben ward nämlich dieSache Napoleon's von der Sache Frankreich's getrennt, und ganzbestimmt erklärt, daß der Krieg nicht mit den Franzosen, für dieman Achtung hege, und in Betreff deren man die besten Absichten habe,sondern nur mit ihrem bisherigen Beherrscher geführt werde. Eswurde sogar, als wenn Talleyrand selbst dabei die Feder geführthätte, ausgesprochen: man sei blos mit der Gewalt, welche Frank-reich außerhalb seiner Grenzen übe, unzufrieden, und wolle wederseine Macht schmälern, noch ihm seinen Kriegsruhm rauben; mansei vielmehr geneigt, Frankreich größer und mächtiger zu machen,als es vor der Revolution jemals gewesen sei.

Die Alliirten entwarfen, sobald sie zur Wiedereröffnung desKrieges entschlossen waren, den Plan, plötzlich und gleichzeitig aufder ganzen Linie von Genf an bis nach Düsseldorf in Frankreicheinzufallen. Sie mußten also auch die neutral gebliebene Schweizzu sich herüber ziehen. Dies war nicht leicht, da in der Schweizalle Freunde einer fortschreitenden Entwickelung an Napoleon hingen.Die Sache wurde aber dadurch zu Stande gebracht, daß man ver-mittelst der Schweizer Patrizier und Aristokraten den französischenEinfluß beseitigte. Napoleon selbst erleichterte den Alliirten die Er-reichung ihrer Absicht durch die Art, wie er sich bisher gegen dieSchweiz benommen hatte. Schon der Soldvertrag, den er 1803mit den Schweizern geschlossen hatte (s. S. 52), war wegen derunaufhörlichen Kriege eine drückende Last für die Schweiz gewesen,zumal da man zugleich auch an Spanien, Neapel und EnglandSoldaten vermiethet hatte. Napoleon hatte aber die Schweiz außerdemauch noch durch Beschränkung ihres Handels, durch feindselige Maß-regeln, die er gegen ihre Industrie zu Gunsten der französischenerließ, durch die Losreißung des Landes Wallis vom SchweizerBunde und dadurch, daß er vor dem russischen Kriege einen Theildes Kantons Tessin besetzen ließ, sehr gekränkt. Nichtsdestowenigerbeschloß die Tagsatzung in der Mitte November, die Neutralitätder Schweiz aufrecht zu erhalten, und zu diesem Behufe sogar einBundesheer aufzustellen. Bei der Ausführung dieses Beschlusseszeigte sich jedoch nur wenig Eifer und Einigkeit, und manche Kantoneverweigerten sogar den Gehorsam.