Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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418 Geschichte der neueren Zeit.

Madrid geschickt, sondern Napoleon sandte auch den tapferen Ver-theidiger von Saragossa, Palafor (s. S. 236), dahin, weil ermeinte, dieser werde sich ebenfalls zu seinen Zwecken gebrauchenlassen. Ja, der Kaiser schenkte damals sogar einem Manne unbe-dingtes Vertrauen, der nachher in seinen Denkwürdigkeiten selbstaussprach, er habe sich über die dargebotene Gelegenheit gefreut,einen Erzbetrüger betrügen zu können. Dieser Mann war Ferdi-nand's früherer Lehrer, der Domherr Escoiquiz (s. S. 183).Napoleon schickte denselben nach Valenpay, um vermittelst seiner denKönig dem geschlossenen Vertrage treu zu erhalten. So sehr vergaßder große Menschenkenner und schlaue Herrscher, daß Spanier undPfaffen noch weit verschmitzter und unzuverlässiger seien, als Korsenund Diplomaten.

Die Engländer hatten längst von dem, was in Valenxay ge-schehen war, Kunde erhalten. Sie machten daher die liberale Parteiin Madrid aufmerksam, und da diese den grausamen, gewissenlosenFerdinand und seine Autokratie noch weit mehr fürchtete, als Napo-leons bereits gebrochene Macht, so blieben alle Bemühungen, siezur Bestätigung des Vertrages von Valenpay zu bewegen, vergeblich.Die Cortes erneuerten vielmehr sogar einen im Februar 1811 ge-faßten Beschluß, nach welchem nicht nur alle Verfügungen Ferdi-nands, so lange er sich in Gefangenschaft und im Auslande befinde,als null und nichtig angesehen sondern auch vor seiner Wiederein-setzung kein Friede mit Frankreich geschlossen werden sollte, »gleichverfügten sie durch ein anderes Decret, daß Ferdinand nicht eher alsKönig anerkannt werden solle, als bis er sich vermittelst eines feier-lichen Eides zur Aufrechthaltung der neuen demokratischen Constitu-tion verbindlich gemacht habe. Erst im März 1814 that Napoleon,durch Wellington's Fortschrittes«? Frankreich beunruhigt, den Schritt,den er gleich anfangs hätte thun sollen; er entließ, ohne die Ratifi-kation der Cortes abzuwarten, den spanischen König aus der Ge-fangenschaft. Dieser reiste am 13. März von Valenxay nach Cata-lonien ab.

Soult hatte sich in den trefflichen Befestigungen, welche beiBayonne angelegt worden waren, lange gegen Wellington be-hauptet; Napoleon entzog ihm aber, um die Garde zu verstärken,gerade zu derselben Zeit einen großen Theil seiner alten Soldaten,