Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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Frankreich. Beginn der Restauration.

stattung der Gelder zu, welche Davoust aus ihrer Bank genommenhatte, sowie dem Könige von Preußen den Erlaß der hundertund-vierzig Millionen, die er an Napoleon noch schuldete.

Am 3. Mai hielt König Ludwig XVIII. seinen Einzug inParis. Er war am 24. April aus England herübergekommen,begleitet von seinem Liebling und Vertrauten, dem Grafen Blacas,und von anderen unverbesserlichen Emigranten, welche ihm ewigsagten, daß alle Welt sich nach der Wiederherstellung der alten Zeitensehne. Dies paßte vollkommen zu seinem eigenen Sinne. Er kamdaher mit dem Gedanken nach Frankreich, daß Alles, was seit 1789vorgegangen war, gewissermaßen nur ein Traum gewesen sei. Vonder neuen Constitution wollte er trotz der ernsten Ermahnungen,welche Talleyrand. der Abbe Montesquieu und Pozzo di Borgo ihmmachten, durchaus nichts wissen. Er würde sogar geradezu alsabsoluter Herrscher in Paris eingezogen sein, wenn nicht KaiserAlexander, der ihm zu diesem Zwecke nach Compiegne entgegenreiste,ihn nachdrücklich gewarnt und ihm sogar, wie es heißt, am folgen-den Tage durch eine Note gedroht hätte, er werde ihn nicht inParis einlassen. Ludwig verstand sich daher endlich am 2. Mainothgedrungen dazu, statt der verworfenen Constitution des Senatsdem Volke eine aus Gnaden zu gewährende Verfassung zu ver-sprechen und die Grundlagen, auf welchen dieselbe beruhen solle, imVoraus bekannt zu machen. Dies geschah vermittelst der in St. Ouenerlassenen Erklärung, durch welche der Senat und der gesetzgebendeKörper auf den 10. Juni einberufen wurden, um über einen ihnenvorzulegenden Verfaffungsentwurf zu berathen. Als Grundlagendesselben waren angegeben: das Repräsentativ-System mit einemSenat und einer Deputirten-Kammer, das Recht der Steuerbewilli-gung, öffentliche und persönliche Freiheit, Preßfreiheit mit den desMisbrauches wegen nöthigen Vorsichtsmaßregeln, Religions-Freiheit,Unverletzlichkeit des Eigenthumes, Unwiderruflichkeit des Verkaufesder National-Güter, Unabhängigkeit und Unabsetzbarkeit der Richter,Verbürgung der Staatsschuld, Aufrechterhaltung der Pensionen,Grade und Ehren, sowie des neuen Adels neben dem alten unddes Ordens der Ehren-Legion, Gleichberechtigung aller Franzosen inBetreff eines jeden Amtes und endlich die Bestimmung, daß niemandwegen seiner Meinungen verfolgt werden solle.