Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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^22 Geschichte der neueren Zeit.

schon im Februar 1814 in einer Proklamation zum Regenten desLandes erklärt hatte, ward er im Mai durch einen Storthing, wel-cher zugleich eine neue', ganz demokratische Verfassung erließ, zum jKönige von Norwegen ausgerufen. Unterdessen hatte aber sowohlSchweden als England dem dänischen Könige mit der Wiederbesetzungvon Schleswig-Holstein gedroht', und dieser hatte dem Prinzen undallen dänischen Beamten befohlen, Norwegen binnen vier Wochenzu verlassen. Als Christian dem Befehle, des Königs keine Folgeleistete, erschien der Kronprinz von Schweden (Bernadotte) mit Trup-pen an der Grenze von Holstein. Zugleich traten russische, preußische,östreichische und englische Commissäre mit König Friedrich in Unter-handlung. Dieser verstand sich Ende Juni dazu, seinen Befehl zuerneuern und die Norweger zur Unterwerfung unter Schweden zuermähnen, indem zugleich im Namen der verbündeten Mächte denNorwegern die Erhaltung ihrer neuen Verfassung versprochen wurde.Dessenungeachtet beugte sich das norwegische Volk nicht. Bernadotterückte daher Ende Juli mit dem schwedischen Heere in Norwegenein, und es ward dort einige Wochen lang Krieg geführt. Am17. August verstand sich endlich Prinz Christian zum Nachgeben. Er !

schloß an diesem Tage zu Moß eine Übereinkunft, vermöge derener sich dem Willen von ganz Europa fügte, und einen Storthingberief, welcher den Beherrscher von Schweden zum norwegischenKönige wählen sollte. Nachdem hierauf die Schweden Besitz vomLande genommen hatten, gab der Storthing im Oktober zu, daßNorwegen als selbstständiges Königreich mit der Krone Schweden'svereinigt werde; er sorgte aber zugleich für die Aufrechthaltung derneuen Verfassung. Erst nachdem diese mit nur wenigen Abände-rungen gesichert worden war, proklamirten die Vertreter des nor-wegischen Volkes am 4. November den König Karl XIII. von Schwe-den als den Beherrscher ihres Landes.

Mit den Jtaliänern ward man leichter und schneller fertig,als mit den Norwegern. Der Pabst hatte sich selbst wieder in denBesitz des Kirchenstaates gesetzt. Auch der frühere Großherzog vonToscana, Ferdinand III., welcher sein Großherzogthum Würzburgan Baiern abtreten mußte, kehrte ohne Weiteres in sein früheresReich zurück. Ebenso wurde das Königreich Sardinien wiederseinem früheren Herrschergeschlechte unterworfen; und da der ehe-