Band 
[Achtzehnter und neunzehnter Band.]
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426 Geschichte der neueren Zeit.

Nationalität und Bildung gepflegt und genährt hatte, während da-gegen die Beherrscher Sachsen's seit dem dreißigjährigen Kriegesremden Einflüssen hingegeben waren. Auch ward die Berathungüber die Gestalt, welche Deutschland erhalten sollte, ebenso einemNebenausschusse (8ou8-comit6) überlassen, wie zwei andere unter-geordnete Ausschüsse über das Schicksal der Schweiz und Italiensentschieden. Dieser Ausschuß war noch dazu aus lauter Feudal-herren zusammengesetzt, unter denen sich auch die Krone aller Aristo-kraten, der Graf Münster, befand. Deutschland erhielt daher durchden Wiener Kongreß keine andere Form und Existenz, als diejenige,die ihm schon im Vertrage von Chaumont zugedacht worden war.Diese wurde ihm durch die vom 8. Juni 1815 datirte deutscheBund es-Acte verliehen.

Der Streit wegen Sachsen's und Polen's führte endlich einen,wirklichen Bruch herbei. Am 3. Januar 1815 schlössen nämlichOstreich und England mit Frankreich einen unnatürlichen Bundgegen Rußland und Preußen, welchem beizutreten auch Holland undmehrere deutsche Staaten eingeladen werden sollten. Auf diesenBund gestützt, schlugen dann Metternich und Talleyrand eine Aus-kunft vor, die ihrer ganz würdig war. AchtmalhunderttausendSachsen sollten an Preußen überlassen, der Rest des Königreichesaber seinem früheren Herrn zurückgegeben werden. Nach einigemZaudern ging Preußen auf dieses Anerbieten ein; und da auchRußland einen Theil seiner Forderungen in Betreff Polen's auf-gab, so war im Anfange des Februar der Zwist beigelegt. Jetztweigerte sich aber der König von Sachsen hartnäckig, das ihm auf-gedrungene Schicksal anzunehmen. Am 6. März überbrachte jedochein englischer Courier dem Wiener Kongresse die Nachricht, daß Na-poleon sich in Elba eingeschifft habe. Diese Nachricht machte dieschleunigsten Anstrengungen nöthig, um eine Auflösung des Bundesder Großmächte zu verhüten. Talleyrand, Castlereagh und Metter-nich reisten deshalb zu dem sächsischen Könige, welcher auf die Ein-ladung der Mächte schon früher in die Nähe von Wien gekommenwar. Der Sinn des Königs war jedoch nicht zu beugen. Manerließ daher am 12. März von Seiten des Kongresses die Erklä-rung, daß alle europäischen Mächte dem Könige von Preußen dasRecht zuerkannt hätten, den Vertrag, der dem Beherrscher Sachsen's